GeistesWelt

August 1, 2009

Die proteische Gesellschaft!

Filed under: Schweiz

Gedanken zum Rütlitag 2009

Proteisch kommt von Proteus, welcher ein griechischer Meeresgott war. Eine proteische Persönlichkeit wird als extrem “anpassungsfähig” beschrieben. Proteus als Gott selber entzog sich in Mythen der Beantwortung von Fragen durch völlige Formwandlung/Veränderung und kann vielleicht als Erfinder der bewußten Beliebigkeit unserer Zeit (Alles ist wahr … in irgendeinem Zusammenhang) betrachtet werden. Ein besonderer Motor dieser psychologischen Veränderung sollen übrigens soziale Netzwerke im Internet darstellen. Wikipedia schreibt dazu:

Hintergrund dieser Entwicklung ist das Aufkommen von Netzwerken wie dem Internet, in dem die Menschen sehr viel Zeit verbringen und wo sie ganz unterschiedliche Rollen annehmen können. Die Anzahl der Interaktionen mit den unterschiedlichen Menschen nahm rapide zu. Auch der gegenwärtig stattfindende rasante technische und soziale Wandel verlangt einen flexiblen Menschen, der sich an verändernde Umwelten, neue Umstände und verschiedene Erwartungen problemlos anpassen kann. Menschen, die sich als autonomes Individuum verstehen, werden nach dieser Theorie langsam zum Anachronismus.

Ob die Kausalität stimmt weiß ich nicht, die Dynamik, dass ein autonomer Mensch zum Anachronismus dieser Zeit geworden ist, ist aber nicht zu bestreiten.

Die Dynamik der Entindividuation wird schon lange vor dem Internet beschrieben. Individuation ist ein alter, psychologischer Begriff, der grob gesagt Persönlichkeitsentwicklung meint. Nach Freud und Jung, damaligen Vordenkern der Psychologie, ist Individuation ein sehr schmerzlicher Prozeß. Individuation heißt sich erkennen, wie man ist. Das “Ecce Homo” am Kreuz Christi sagt es eigentlich, dass die Menschwerdung Christi (er wurde nach christlicher Auffassung vom Gott zum Menschen), die ja symbolisch für die Individuation aufgefaßt werden kann, schlußendlich im Hohn und Spott der Kollektivgesellschaft enden muß. Objektiv mag es leichter sein im Schein einer kollektiven Übernatürlichkeit sich einzugliedern, als die meist schmerzlichen Erfahrungen des realen, persönlichen Seins zu reflektieren.

Ein großes Rätsel der modernen Zeit ist es Individualität mit Spaß anscheinend vereinen zu können. Meines Erachtens wird hierbei ein Taschenspielertrick angewandt. Der Dreh geht nämlich Individualität innerhalb der vom Kollektiv gegebenen Grenzen erleben zu dürfen, sich der Begrenztheit dieser, durch einen starken Überreiz der individuellen Eskapaden in unendlich vielen sich aneinanderreihenden Episoden, überhaupt gar nicht bewußt zu werden.

Gemeint ist die Reizüberflutung des modernen Menschen. Immer neue Urlaubsarten oder Arten der Mode, immer neue Angebote beim Shoppen oder eine Unzahl an Internetseiten bieten Anlaß zum rauschhaften Ausbruch aus der kollektiven Überpersönlichkeit, die bei allem nicht in Frage gestellt wird. Das System beschäftigt seine Opfer sogar dermaßen, dass sie sich ihrer Ketten nicht bewußt sind.

Individuation wird somit keine bittere aber nötige Erfahrung, sondern zu einer Illusion, die wenn sie erahnt wird sogar zur “Identifikation mit dem Aggressor” führt. Heißt den Sarkasmus derer nährt, die hinter Spaß und Freiheit zur Gleichheit den Schüsselrand zu erahnen beginnen.

Im Rütlischwur nach Schiller hieß es unter anderem:

Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

Wie aus dunklen, historischen Weiten erscheint heute dies, denn heute müßte man die Verse invertieren, um Aussagekraft zu bekommen:

Wie wollen weder frei, schon gar nicht wie die Väter werden. Lieber in unwissender Knechtschaft, als im Tod, den ewig ungewissen. Deshalb wollen wir verachten den höchsten Gott, und uns fürchten vor der Menschen Macht.

July 12, 2009

PIRATEN: Partei jetzt auch in der Schweiz gegründet!

Filed under: Schweiz

Genau gesagt: heute um 14:00 wird sich in Zürich die schweizer Piratenpartei gründen.

Jetzt gibt es sie auch, die Piratenpartei in der Schweiz. Die Statuten können hier eingesehen werden. Neben ihrem Mutterland Schweden gibt es PIRATEN-Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz, Peru (heißt dort Partido Pirata Peruano (PP.pe)), Frankreich, Spanien, Polen, Finnland und Tschechien. Dort sind die PIRATEN bereits wählbar.

In folgenden Ländern existiert bereits eine aktive Piratenpartei, welche aber noch nicht als Partei anerkannt wurde: Argentinien: Partido Pirata Argentino, Großbritannien: Pirate Party UK, Italien: Partito-Pirata, Niederlande: Piratenpartij, Russland: Российская Пиратская Партия (Rossijskaja Piratskaja Partija), Südafrika und USA: The Pirate Party.

In folgenden Ländern sind Parteigründungen geplant: Australien: The Pirate Party of Australia, Brasilien, Irland, Kanada: PirateParty of Canada, Luxemburg, Neuseeland, Norwegen: PiratPartiet, Rumänien, Serbien.

March 8, 2008

Wie man sich gegen Politker wehren sollte?

Filed under: Wanted!, Schweiz

Die Schweiz macht es vor: der Berner Sozialist Roland Näf hat den Media-Markt in Muri angezeigt, weil dort sogenannte Killer-Spiele verkauft werden. Als umgehende Konsequenz erhielt er vom Geschäftsführer Peter Schmid ein sofortiges Hausverbot.


Roland Näf ist im Media-Markt unerwünscht!

Wer kennt sie nicht diese Stalker, die stetes umherschleichen um der Obrigkeit Bericht zu erstatten? Einer von diesen Leuten scheint Roland Näf zu sein. Er hat gegen das Elektronikgeschäft Media-Markt Anzeige erstattet – weil dort das Videogame «Stranglehold» verkauft wird. In dem Spiel muss der Spieler auf Gegner schiessen. Damit verstösst das Game laut Näf gegen das Gesetz, das «das Darstellen grausamer Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Tiere» verbietet.

Näf ist gelernter Lehrer, bekennender Sozialist und die Denunziation ist für solche Menschen Ehrenpflicht. Mit dem zunehmenden Linksabrutsch in Europa wird es schwieriger sich gegen solche Leute zu wehren. Wo man früher mit Polizei und Hunden drohte, steht heute ein Regierungsfunktionär mit einer ganzen Rechtsabteilung vor einem. Näf ist Berner Grossrat und er fährt eine regelrechte Großkampagne gegen harmlose Videogames, die er als Quelle aller Gewalt auf Erden, - oder zumindestens in seinem Kanton Bern - ausgemacht haben will.

Diese hirnverbrannten “Volkspädagogen” kennt man eigentlich nur aus der Bundesrepublik, dessen Taschenspielertrick es ist unter dem Vorwand des Jugendschutzes Erwachsenen vorschreiben zu wollen, was diese in ihrer Freizeit zu tun oder zu lassen hätten! In Deutschland muß man sich damit abfinden, dass die Unterdrückung persönlicher Freiheiten unter dem Deckmantel einer “höheren Moral” in einer langen Tradition steht. Die Schweizer haben einen Unabhängigkeitskrieg gegen deutsche Hegemonie geführt, und sind mit Recht momentan als das freiste Land in Europa angesehen. Wie geht man dann mit den Feinden der Freiheit dort um?

«Der Geschäftsführer hat mir höchstpersönlich Hausverbot erteilt, nachdem mich ein Angestellter wohl erkannt hat», klagte Näf auf “www.20min.ch”. Recht so! Und bei Zuwiderhandeln erfolgt Anzeige und ein Nachmittag auf dem Polizeirevier!

Es wäre auch eine gute Idee deutschen Politikern ein flächendeckendes Hausverbot zu erteilen! Am besten mit großflächigen Anzeigen: “Beckstein, Merkel und 2x Beck - sind im Media-Mark unerwünscht!”? Warum macht das eigentlich keiner? Aus “Respekt” vor den Politikern und ihren “Leistungen” oder verliert dann die BRD ihre liberal erscheinende Verpackung?

October 9, 2007

Die Schlacht um Bern und linke “Argumente”

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Linkes Denken will “diffenrenziert” sein, also heißt es

Es geht nicht, dass man vor Wahlen mit Gewalt eine Demonstration stört”, erklärte dazu der Meinungsforscher Claude Longchamp, Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern

So weit so gut, sollte man denken, aber links wäre nicht links, wenn es gekonnt vom Selbstverständlichen abweichen würde, oder -wie sie es selbst gerne sehen- dialektisch wäre:

Allerdings habe sich seit Sonntag abgezeichnet, dass eine Frage immer virulenter wird: “Wer ist eigentlich verantwortlich für die Polarisierung?”

Nach These, Antithese kommt die verquaste Synthese, die hier wohl lautet:

Prinzipiell sei die Stimmungslage klar zugunsten der SVP (Schweizerische Volkspartei), analysierte Longchamp, “die SVP versucht natürlich, ihre innere Mobilisierung daraufzusetzen, dass sie attackiert worden ist

Also wie gehabt: wer demonstriert und “rechts” ist provoziert Gewaltakte von Seiten sogenannter Autonomer, was natürlich viel entschuldigt. Auch wenn die Hauptstadt der Schweiz am Wochenende einem Schlachtfeld glich, waren die “Autonomen” wohl auch hier nicht Täter, sondern Opfer ihrer “rechten” Gesellschaft (SVP wird wahrscheinlich die stärkste Kraft bei den anstehenden Wahlen werden).

So aus heiterem Himmel, wie viele jetzt tun, kam das jedoch nicht. Die “Autonomen” hatten sich regulär zu der Gegendemonstration angemeldet und die Verantwortlichen in Bern wußten, dass sie kamen und jeder weiß, dass die “Autonomen” eine neue Art “SA” sind, die überall wo sie aufkreuzen Gewalt verbreiten und man ihnen am besten mit scharfen Hundestaffeln begegnen sollte. Denn wenn sie mal keinen “Rechten” in die Finger bekommen, dann müssen gewöhnlich die Geschäfte der ansässigen Händler dran glauben, auch dann machen wahrscheinlich sie nur “kaputt, was sie kaputt macht”, wie es so schön heißt.

Man kann hier mal wieder schön sehen, wie linke Dialektik ergebnisorientiert arbeitet: Gewalt von Links wird relativiert und dann erscheint sie verständlich, wärend andere erst überhaupt keine Change bekommen, dass man ihnen gerecht wird. Zum Glück kann man “Links” noch in der Schweiz abwählen, dafür ist dieses Land zu beneiden!

Quelle: der standard.at, bundesdeutsche Medien ignorieren das Geschehen in Bern lieber geflissentlich gleich mehrheitlich.

September 21, 2007

Neuer SVP-Wahlwerbespot?

Filed under: GeistesWelt-TV, Schweiz

Ueli Maurer ist schweizer Nationalrat für die SVP, die “Schweizerische Volkspartei”, die nach bundesdeutschen Maßstäben das Prädikat “rechtsaußen” erhalten, wenn nicht gar geflissentlich nicht beachtet würde, die mit solchen Wahlwerbespots systematisch alle Tabus der Politcal Correctness bricht. Aber es geht auch anders wie folgendes Video beweist:

Ich liebe die Schweiz! Einmal wegen ihrem Bankengeheimnis, dann wegen ihrer politischen Freiheit!

September 3, 2007

Zottel rettet die Schweiz

Filed under: Schweiz

Wer so richtig politisch inkorrekt sein will sollte mal das Zottel-Spiel spielen. Neben Fakten zu wichtigen Wahlthemen der anstehenden Wahl in der Schweiz kann man sich auch virtuell aktiv einbringen in dem man gegen europäische “Steuervögte”, kriminelle Ausländer oder den grünen Lokalpolitiker einschreitet, der Blitzkästen aufstellt. Ich möchte mal eine Wahl in der BRD miterleben, zu der eine Partei so eine Wahlkampfidee umsetzt, allein schon um das Gezeter mancher Politiker hier genießen zu dürfen…

via Winkelried

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