Katastrophengeilheit ist Tugend in deutschen Presseerzeugnissen und auch zunehmend in der offensiv an Pressearbeit ausgerichteten Politik. Geht das zuletzt nicht am Leben vorbei?
Die Mehrheit der Deutschen will sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Wie aus einer Umfrage des Nachrichtenmagazins “Spiegel” hervorgeht, wollen sich nur 38 Prozent der Deutschen sicher oder wahrscheinlich gegen das Influenza-Virus H1N1 immunisieren lassen. (Quelle) Das ist eigentlich ein sehr ernüchterndes Ergebnis einer monatelangen Pressekampagne der WHO und nationaler Politk dem einfachen Bürger die Gefährlichkeit eines neuen Grippe-Virus einzutrichtern. Ist das mediale Zeitalter gescheitert?
Vogel-Grippe, SARS, BSE, - alles Modewörter mit denen sich die Angst als wolllüstiges Erleben eines zu alltäglichen Lebens abwechselungsreich in unseren Alltag gefunden hat. Eine Superlatve der Angst bemüht den Medienkonsumenten täglich um Aufmerksamkeit. Apokalyse ist gerade gut genug, denn zB angesichts des “menschenverursachten” Klimawandels oder der drohenden Welt-Finanzkrise nicht das Ende dieser Welt - so wie wir sie kennen - an die Wand zu werfen, das kommt zu grau und bieder für die heutige bunte Multikultiwelt daher, in der Faszination mit krankem, gefährlichen zum aufreizenden Spiel wird.
Irgendwoher kennt wohl jeder diese amerikanischen Serien, in denen völlig weiß gekleidete Soldaten irgendwelche Gefahr von Viren oder Bakterien bekämpfen. Alarmismus und exemplarische Demonstration totalitärer Lösungsansätze im Trivialprogramm kennzeichnen eine Gesellschaft, die von ihrer eigenen Freiheit und Individualität im Grunde zu tiefst gelangweilt ist. Das Leben als Katastrophe scheint da abwechselungsreiche Alternative zu sein. Der Kampf gegen die Neue Grippe, wie die Schweine-Grippe politisch korrekt genannt wird, reiht sich in eine Reihe anderer Kämpfe in dieser Gesellschaft ein. Ob mediale Inszenierungen aber wirklich etwas bewirken, daran sind Medien-Ideologen schon oft verweifelt? 38-Prozent der Deutschen folgt der offiziellen Agenda. Ob sie sich aufraffen sich impfen zu lassen, ist auch wieder was anderes? Der große Rest steht diesem recht ablehnend gegenüber!
Eigentlich müßte man, um der Realitiät gerecht zu werden, nur noch Karikaturen in den Zeitungen bringen? Am Ende wird es so, dass kaum sich einer impfen läßt, die Kosten für die Gesundheitsversicherungen aber gerade deswegen steigen werden und die Politik hilflos überstürzt in die nächste selbstproduzierte Krise stürzen wird, um vom vorherigen Versagen abzulenken. Wobei “Versagen” auch relativ ist. Bei einer Politik, deren Aufgabe es ist von den Problemen abzulenken, kann dieses “Versagen” auch zweckdienlich sein, eben dadurch abzulenken?