GeistesWelt

September 27, 2008

Kein Recht für Sextäter! Fokus betreibt Volksverhetzung!

Filed under: Schleswig Holstein

Sexualstraftäter darf nicht mehr weggeschlossen werden, da staatliche Repressionsorgane 6-Monats-Frist versäumten.

Wenn man sich klar wird, dass man in Deutschland zu der Opposition gehört, die immer mehr von Offiziellen mit Tieren und schlimmer verglichen wird, die Polizei - man muß es positiv sehen - nur nichts tut, wenn diesen Menschen Gewalt angetan wird, anstatt selber zu prügeln, dann lohnt sich ein wachsamer Blick zu anderen Menschen, die ebenfalls zu den “schwarzen Männern” in diesem Land zählen. Es sind Sexualstrafttäter und wenn es um sie geht, dann ist nüchternde Objektivität in Deutschland völlig politisch daneben. Man muß “entsetzt” sein und einen übermäßig harten, staatlichen Zugriff ja noch als zu gering halten! Da ist es ähnlich wie mit diesen “Nazis”, die, da wo sie ausgemacht werden, namenlose Angst und Schrecken erregen und dadurch Gefahr erwecken provokant Gewalt auf sich zu ziehen.

Nimmt man sich jetzt einen gewöhnlichen Artikel der deutschen Presselandschaft (“Fokus”, “Gesetzeslücke verhilft Sextäter zur Freiheit”), so tun sich Abgründe auf! Anscheinend wird alles, was auch Sexualstraftäter einen gewissen rechtlichen Schutz bietet ( Ja auch diese haben in einem Rechtsstaat Rechte!) als gesetztliches Schlupfloch verstanden. Heldenhaft wird dann auch glorifiziert, wie das Land Schleswig-Holstein jetzt im Bundesrat versucht die Frist von 6 Monaten auf einen nachträglich zu ändern. Wirklich für besagten Fall, der nach alter Regelung schon ein freier Mann gewesen wäre. Schon richtig bedauert wird, dass die schleswig-holsteinsche Regierung damit wahrscheinlich keinen Erfolg haben wird. Was das für eine Art ist, nachträglich für einen alten Fall die Gesetze zu ändern, da besteht auch nicht im Ansatz das Niveau dieses auch kritisch sehen zu können. Eigentlich hat ja der Gutachter Schuld, der die Frist versäumt hat. Den sollte man vielleicht belangen? Aber zu so etwas ist dieses System auch schon wieder zu korrupt und man deckt sich gegenseitig.

Man wird, wie meist, durch Produkte der deutschen Medienindustrie verhetzt, diesmal ganz diffus gegen Sexualstraftäter, von dem wird selbst in dem Artikel gar nichts erfahren. Es ist so wie eine arme Sau durch das Dorf zu treiben, einfach mit einem Schild um den Hals “Kinderschänder”, dasswahlweise, nach freiem Belieben, durch andere ausgetauscht werden kann: “Nazi”, “Jude”, “Raubtierkapitalismus” etc. Julius-Streichers Enkel hetzen immer noch in Deutschland und zwar aus der Mitte der Gesellschaft!

Illustriation: Unterschied zwischen neuen linken und alten Nazi-Karikaturen?


Hier gelingt Sebastian Brux (”Grüne Jugend”) die inhaltliche Gleichstellung von politischen Überzeugungen und sexuellen Verbrechen! O-Ton “Am allerschönsten ist es, wenn es nirgends Nazis gibt.” Anscheinend fühlt sich der Deutsche nur wohl in seiner Haut, wenn er andere Meinungen verhetzen darf. Im Kommentarbereich netter Wortwechsel mit DGB-Opfer Marco K. vom Blog opponent.

November 4, 2007

Wer brachte Uwe Barschel um?

Am 11. Oktober 1987 verstarb der schleswig-holsteinische Politiker Uwe Barschel unter bis heute ungeklärten Umständen in einem Hotelzimmer im schweizer Genf. Zum 20-jährigen Todestag kamen erneut Stimmen auf wieder den Fall aufzunehmen. Die Generalstaatsanwaltschaft des Landes Schleswig-Holsteins stellte jetzt ihren Stand der Ermittlung zum freien Download ins Internet.

Wer brachte Uwe Barschel um? Ein feindlicher oder gar befreundeter Geheimdienst? Alte Geschäftskollegen, die fürchteten er würde auspacken, nachdem er als Politiker untragbar geworden war? Oder er selber, weil er in seiner Situtaion verzweifelte? Bis heute weiß man es nicht mit Sicherheit. Die Analyse der Spurensicherung am Schauplatz seines Todes erbrachte keine eindeutigen Hinweise darauf, dass es sich um eine Selbsttötung gehandelt haben mag. Aber einen Mord konnte man auch nicht eindeutig nachweisen, obwohl mit großer Sicherheit angenommen wird, dass Barschel sich nicht alleine umgebracht haben kann und als dritte These steht eine Sterbehelfer-Theorie im Raum.

Wahrscheinlich aufgrund des Presseechos zu seinem 20. Todestag veröffentliche jetzt die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein ihren Ermittlungsstand und stellte ihn als PDF-Datei zum Download der Öffentlichkeit zur Verfügung. Insgesamt 327 Seiten, die laut Presseberichten (Die Redaktion muß die Seiten noch durcharbeiten) die Problematiken des Falles aufzeigen sollen.

Zum einen zeigt Schleswig-Holsteins Generalstaatsanwalt Erhard Rex auf, warum er an einen Selbstmord Barschels glaubt, zum anderen referiert der Oberstaatsanwalt in Lübeck, Heinrich Wille, warum er an dem Selbstmord zweifelt. Beide sollen diesen Bericht frei und ohne Handlungsanweisungen von Vorgesetzten geschrieben haben.

Hier zur der Downloadseite der Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein

Wem die 327 Seiten der Juristen zu viel sein mögen, denen stellt YouTube freundlicherweise eine alte ARD-Dokumentation des Falles Barschel zur Verfügung:





July 25, 2007

Vom Philosophen zum Terrorhelfer

Filed under: Schleswig Holstein

Dass Terroristen mutmaßliche Terroristen auch nur Menschen sind, will auch die “Netzzeitung” ihren Lesern näher bringen. In Schleswig steht der gebürtige Marokkaner Redouane E. H. wegen Terrorverdacht vor Gericht. Die Ansicht der Verteidigung kommt in dem Artikel der “Netzzeitung” nun im Vorfeld ausgiebig zu Wort.

Der in Casablanca geborene Mann hat studierte Psychologie, Philosophie und Soziologie - zunächst in der marokkanischen Hauptstadt Rabat und später in Kiel. Er lernte Deutsch, um Martin Heidegger in der Originalsprache lesen zu können. Bis vor wenigen Jahren sei er auch nicht religiös gewesen, sagt der Angeklagte am Mittwoch - bis der große Bruch gekommen sei. 2003 starb völlig unerwartet sein geliebter Bruder. In Kiel hörte er am Telefon erstmals seinen Vater weinen.

Das stellt sich alles sehr ergreifend und rührseelig dar, dass der Bursche mittlerweile stolze 37 Jahre alt ist und eigentlich mit guten Recht als “verkrachter Langzeitstudent” bezeichnet werden könnte, diesen logischen Schluß behält der Artikel seinem Leser selber vor. Aber es geht weiter im Ton der tiefsten Betroffenheit:

Seine Stimme stockt, als er nach langem Vortrag in flüssigem Deutsch davon berichtet. «Dann hat sich bei mir alles geändert.» Er habe nur noch allein sein wollen, erzählt der Mann mit dem schwarzen Kinnbart. Davor habe er gern gefeiert, getrunken, in Kiel auch seinen ersten Joint geraucht und mit der Organisation von Partys gutes Geld verdient. «Hier fühlte ich mich auch zu Hause.» Deshalb habe er sich für eine Einbürgerung entschieden. 1998 heiratete er, 2001 wurde die Ehe geschieden.

1998 bis 2001 verheiratet, wahrscheinlich -wette ich- eine Deutsche und 3 Jahre muß man verheiratet gewesen sein, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Wird die Ehe direkt danach geschieden, so scheint die Ehe doch zweckgebunden gewesen zu sein. Dass er sich womöglich die Staatsbürgerschaft so erschlichen haben könnte, diese Frage stellt sich natürlich der “Netzzeitung” so auch nicht. Mich würde auch mal interessieren, was das für “Partys” waren und was “gutes Geld” sein soll? Wäre doch nur mal interessant zu klären, auch um dem Vorurteil begegnen zu können Marokkaner würden mit Drogengeschäften gerne den schnellen Euro machen. Aber wir glauben es ihm gerne, wenn sich Redouane E. H. als “überzeugten Pazifisten” sieht, wissen wir doch alle genau was “Frieden machen” für manche bedeuten mag.

Vor elf Monaten fassten die Ermittler in Kiel den mutmaßlichen Bahn-Kofferbomber Youssef Mohamad El Hajdib. Laut Bundesanwaltschaft kannten Redouane E. H. und El Hajdib einander auch - doch bei den ihnen angelasteten Taten hätten sie unabhängig voneinander agiert.

Sicher alles nur verzweifelte Einzeltäter, die sich “nur mal so” kennen und keine gemeinsame Sache machen. Vielleicht trafen sie sich um sich gegenseitig wegen ihrer Jugendtraumata zu bemitleiden? Wir dürfen jetzt alle betroffen sein…

zum tieffühlenden Bericht der Netzzeitung.

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