GeistesWelt

February 22, 2008

Jürgen Walter und die Professionalisierung der Kommunikation

Filed under: Hessen

Dieser “Dilettantismus der Kommunikation ärgert mich”, sagte Jürgen Walter, Fraktionsvize der SPD im Wiesbadener Landtag gegenüber “WeltOnline”. Man kann dann lesen, was ihm so schwer auf dem Herzen liegt:

Eine mögliche Wahl Ypsilantis mithilfe der Stimmen der Linken sehen viele hessische Sozialdemokraten skeptisch, darunter auch Walter: “Wir werden diese Zusammenarbeit nicht aktiv und nicht passiv machen.” Von “Wortklaubereien” halte er übrigens gar nichts, versicherte der Jurist weiter: Auch eine Kür Ypsilantis zur Ministerpräsidentin in geheimer Wahl mit linken Stimmen sei “offensichtlich ein Wortbruch”, betonte Walter.

Da hat Herr Walter sicher recht, so denkt man . Jedoch wenig später meint er:

Dass seine Fraktionschefin ein ähnliches Schicksal wie die einstige schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis erleiden und an Abweichlern in den eigenen Reihen scheitern könnte, weist Walter allerdings deutlich zurück. “Ich habe keinen Zweifel, dass die Fraktion geschlossen hinter Andrea Ypsilanti steht”, so Walter. Er werde “persönlich” alles dafür tun.

Wahrscheinlich beruht moderne berufspolitische Rhetorik auf dem Trick möglichst viel zu sagen und darauf zu vertrauen, dass es so viel ist, dass der vorgegebene zu vertretende Bürger nicht bis zum Ende hört oder liest und nur die ersten Sätze im Kopf behält. Die Systemmedien arbeiten übrigens ganz ähnlich, man muß mal darauf achten!

Nebenher: Link zu Jürgen Walters Homepage. Persönliches Fazit: Regel Nummer 2 für den bezahlten Politiker: immer, überall in erster Reihe stehen und wichtig wirken! Dann die langen Sätze, die sich am Ende inhaltlich gegenüber dem Anfang aufheben. So schwer ist es nicht! Man braucht nur das “Selbstvertrauen” oder besser Dreistigkeit?

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