Berlusconis Campingtripp in den Abruzzen
In den Abruzzen in Italien gab es ein Erdbeben, bei dem die Menschen dort obdachlos wurden. Der Presidente Berlusconi besuchte nun die provisorische Zeltstadt und leistete sich - nach eigentlich nur deutschen Medienberichten - einen “fürchterlichen Fauxpas”. Er soll die Situation mit einem Campingurlaub “gleichgesetzt” haben.
Die Massenmedien in Deutschland quellen über von Empörungsschlagzeilen a la “Staatsschädigendes Verhalten” (”Tagesspiegel”), “Berlusconi-Vergleich empört Erdbeben-Opfer” (”Zeit”) und “Bild.de” schreibt darüber Fassungslosigkeit in Italien: Nach der Erdbeben-Katastrophe in den Abruzzen sorgt ein Kommentar von Silvio Berlusconi für Aufregung. In den Kommentarspalten - wie bestellt - üble, deutsche Pöbler, die zu faul sind mal ein wenig über den ideologisch sehr überschaubaren Horizont ihrer deutschen Medien zu schauen. Würden sie dass, so würden sie merken, dass die “Zeit” zwar von empörten Erdbeben-Opfern in ihrer Überschrift schreibt, im Kontext aber mit keiner Silbe darauf eingeht. Ähnlich “bild.de”, wo es keine Erläuterung zu der “Aufregung”, die Silvio Berlusconis Kommentar in Italien selber ausgelöst haben soll, gab.
Das sollte doch stutzig machen? Also geschaut bei GoogleNews Italia und da fand sich nichts derartiges wie in Deutschland, wobei der Verfasser Italienisch nur grob oberflächlich versteht. Also noch mal in den englischen News geschaut und da gab es nur sehr wenige Artikel, die dieses “Event” überhaupt aufgegriffen haben. Fielen jetzt die deutschen Massenmedien einer “Ente” zum Opfer oder betrieben sie mal wieder mutwillig Hetzkampagnen gegen politisch unliebsame Menschen? Wir werden später sehen, hätte ein Herr Obama dieselben Worte wie der Presidente Berlusconi gebraucht, dann fänden die deutschen Medienschaffenden das bestimmt “cool” oder “locker”, aber bestimmt nicht “autobahn” wie jetzt.
Was hat eigentlich Berlusconi genau gesagt. Er machte seine Aussage gegenüber einem Team von N-TV, also zitieren wir mal die Ursprungsquelle:
Den in Zeltlagern untergebrachten Menschen fehle es an nichts, sagte er bei einem Besuch in einer der Sammelstellen nach dem Abruzzen-Erdbeben gegenüber n-tv. Sie hätten warmes Essen, Decken für die Nacht und medizinische Versorgung. “Natürlich” sei ihre Unterbringung “absolut provisorisch, aber man muss es eben nehmen wie ein Campingwochenende”.
Wo ist jetzt das Problem? Sollte Berlusconi jetzt wie Bundeskanzlerin Merkel bei dem Massaker im deutschen Winnenden sich vor die Medien stellen und rumheulen wie “entsetzt” “bestürzt” und “fassungslos” man wäre? Strahlen doch Berlusconis Worte eine gewisse Art von Aufbruchsstimmung aus, zu dem die Tränensusen aus Deutschland noch nicht einmal fähig wären, selbst wenn sie wollten. Kein Wunder, dass nur dort sich Journalisten berufsmäßig und Leser - aus Zeitvertreib - über soetwas aufregen können.






