GeistesWelt

September 9, 2009

Rassismus ist nicht das Problem!

Filed under: Gesellschaft

Argumentativ sieht sich die Islamkritik einem Abgrenzungszwang gegenüber dem von Linken definierten Rassismus ausgesetzt. Warum dieser empfundene Zwang überdenkenswert ist will folgender Artikel andenken.

“Feindbild Islam”, ist ein feinsinniges Buch, dass die islamkritische Szene fundamental kritisieren will. Gute Kritik ist schön zu lesen, auch wenn sie alles andere als gut gemeint ist. Aber man lernt so, wie der Gegner denkt und kann Schwachstellen in seiner Argumentation eruieren. Haupt- und Angelpunkt ist seine Definitionshoheit eines Rassismusbegriffes, der als überholtes Relikt einer alten Zeit dargestellt wird. Bei näherem Überlegen wird aber klar, dass der Rassismusbegriff idealisierend, unpraktisch und letztlich hinderlich im Raume steht. Um das klar zu machen, und um auch die politisch inkorrekte Denkweise entgegen vorzustellen, sei das Beispiel der Einzäunung der Palästinensergebiete in Israel genommen. Paläsinenser, die frei über die inner-israelische Grenze passieren können, erhöhten das Terrorrisiko in Kernisrael. Der Zaun senkte die durch Terroranschläge bedingte Morbidität der Israelis signifikant. Der politisch Inkorrekte wird auf diesen Zusammenhang hinweisen, während der Rassismus-Theoretiker dies als “Rassismus” ansehen würde, da diese Maßnahme alle Palästinenser kollektiv bestrafen würde und dies eben diskriminierend wäre. Für ihn wäre es folgerichtig, die Grenzkontrollen für Palästinenser abzuschaffen und die erhöhte Todesrate unter der israelischen Zivilbevölkerung als hinzunehmend anzusehen. Der politisch Inkorrekte kann sich hingegen mit dieser Situation nicht zurechtfinden.

Der Rassismus-Theoretiker argumentiert - in sich stimmig:

“Seine Art, die Welt zu sehen” fährt Sokolowsky in seiner Broder-Analyse fort, “ist der des islamistischen Mobs eng verwandt. Und die schlimmsten Beleidigungen, das ist keine Neuigkeit, fügen Familienangehörige einander zu. So liegt ein ziemlich strenger Geruch im Raum, wenn einer, der holzt wie Broder, sich Sorgen macht um den ‘Kern der Aufklärung’, denn für die Aufklärung hat er, im Kern, nichts übrig. (…) Respekt für andere Menschen, Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, Toleranz für abweichende Wertvorstellungen sind Broder ebenso gleichgültig wie dem Imam, der auf die stinkenden Ungläubigen flucht. (…) Über die Phobie ist Broder schon lange hinaus und tief im Hass gelandet.” Das alles wird mit Broders eigenen Äußerungen glänzend belegt. Hier findet und zitiert Sokolowsky immer wieder die aussagekräftigsten, bloßstellendsten Passagen.

Er gibt sogar zu, dass Imame zu intoleranten Weltanschauungsentwürfen neigen können. Das steht so im Raume, unkommentiert. Lustigerweise würde in diesem Bezug kein Rassismus-Begriff angewandt werden, womit der Rassismus-Theoretiker sein eigenes Instrumentarium verwässert. Wahr ist aber, dass der intolerante Islam im Kommen ist. Überall auf der Welt radikalisieren sich Muslime gegen den Westen. Das ist zunächst objektiv und nicht persönlich zu nehmen, und eine Radikalisierung des westlichen Denkens somit nur eine Folge davon und eine Rückkehr vom bodenlosen Idealismus zum bodenständigen praktischen Denken.

Verkürzt kann man es so auf den Punkt bringen: der Rassismus-Theoretiker hat recht, wenn wir in einem Zeitalter des endlosen Friedens leben. Seine Vorstellung von einer multi-kulti Idylle sprechen sehr für diese emotionale Grundannahme. Der politisch Inkorrekte weiß, dass wir einen Krieg haben, der zur Zeit still und heimlich in Kindergärten, Schulen, auf der Straße in Einwanderungsbezirkten gekämpft wird. Irgendwann wird dieser Krieg einmal nichtmehr übersehbar werden. Gemäß dieser Zukunftsfiktion lebt der Inkorrekte. Jetzt wird die Geschichte zeigen müssen, wer recht behalten wird?

Eigentlich ist es so, dass im Krieg ein Rassismusbegriff irrelevant wird, weil er für den Rassismus-Theoretiker der Inbegriff des Rassismus ist. Der Kritikpunkt des einen wird hier zur Arbeitshypothese des anderen. Beides ist unvereinbar.

6 Comments »

The URI to TrackBack this entry is: http://geisteswelt.blogsome.com/2009/09/09/rassismus-ist-nicht-das-problem/trackback/

  1. “Abgrenzungszwang”
    Eigentlich ist dies bereits das “Zauberwort”, sprich das Problem und die Lösung zugleich.
    Allgemein gilt: Wer sich rechtfertigt, der verstrickt sich in das, von anderen gesponnenen Netz und hat bereits deshalb verloren, da diese anderen die Regeln festgelegt haben. Regeln, welche jede Rechtfertigung oder auch nur Erklärung zum Schuldbeweis werden lassen.
    Die einzige Lösung des Netzes “Rassismus” ist gleich der des gordischen Knotens, welchen Alexander der Große einfach mit dem Schwert durchtrennte: einfach ignorieren und seine eigene Meinung selbstbwusst vertreten.

    Comment by Wilhelm Entenmann — September 10, 2009 @ on September 10, 2009 at 4:41 pm.

  2. Das Problem ist die Rechte, die diesen Erkenntnisschritt nicht gehen kann oder will und sich kindisch über die gebrannten Kinder freut, die ihn getan haben. Man muß sich klar sein, dass die “normale” Presse- und Politikwelt niemals real für einen selber werden kann, und es deshalb nicht Not tut deren manipulativen Idealen nachzukommen.

    Comment by geisteswelt — September 10, 2009 @ on September 10, 2009 at 5:56 pm.

  3. manipulativen Idealen nachzukommen
    Der Mensch möchte im Konsens (relativ bis absolut) mit der Mehrheit bzw. der “Meinungsmacher” (Medien, Promis etc.) stehen (Liste mit diversen psych. Studien lasse ich hier mal weg).
    Du hast mal gesagt, dass “Meinungsfreiheit” die Freiheit von der Meinung der anderen ist…, stimmt!

    Comment by Wilhelm Entenmann — September 10, 2009 @ on September 10, 2009 at 7:18 pm.

  4. Konsens ist eine dieser manipulativen Ideale. Man muß sich klar machen in wie weit eine Gesellschaft, in der alles im Konsens geschehen muß, von einer freien Gesellschaft differiert, in der der einzelne zählt. Es ist doch egal, was andere gesellschaftliche Gruppen über einen meinen oder sagen, sondern der Punkt ist, was man verwirklichen will? - Ohne Ausländer, Gutmenschen, Sozialgewinnern und all dem ganzen Ballast! Ist es nicht komisch, dass in einem angeblich freien Land “runde Tische” mit Politikern, Gewerkschaftlern, Migranten und nochmals anderen Linken mehr zu bestimmen haben, als all die anderen, die dort nicht sitzen dürfen oder wollen? Das geht nur über Konsens und seiner semantischen Wirkung, dass dagegen eigentlich nicht einzuwenden sei. Auch wenn er den eigenen Intressen diametral entgegen steht. Komischerweise werden die Interessengruppen der “runden Tische” auch nicht gewählt oder können abgewählt werden. Sie sind da, werden immer da sein. Ist eben Demokratie a la EU. Diese geistige Pest vergiftet das ganze Zeitalter.

    Ich weiß nicht, ob der Drang nach A-Konsens eine seelische Pathologie sein soll? Der gewöhnliche Mensch in der Masse kann ja wohl nicht durch die Masse selber normierend sein? Ich meinte mal über einen Menschen, der “umstritten” sein sollte, dass dieser Mensch ein besonderer Mensch wäre, weil alle besonderen Menschen heute umstritten sein müßten! Mit solchen Aussprüchen beende ich für mich Dialoge mit Massenmenschen, die ihre langweile Bosheit hinter den Rücken solcher “umstrittenen” Menschen bei mir ausleben meinen zu müssen. Denkt man darüber nach, wird immer klarer, wie dumm Konsens ist und wie sehr er, wie auch der Rassismusbegriff, hinderlich ist, die Dinge besser zu gestalten.

    Comment by geisteswelt — September 10, 2009 @ on September 10, 2009 at 8:06 pm.

  5. Mhmh…, Konsens ist kein Ideal wie Du dies verstehst.
    Der Mensch hat als soziales Wesen den Drang zu einer Gruppe zu gehören, was aus der frühen Menschheitsgeschichte stammt, als das Individuum nur in einer Gruppe Schutz, Nahrung und Fortpflanzung fand. Eine Gruppe basiert auf Konsens bzw. akzeptiert im allgemeinen nur Personen, welche im Konsens stehen.
    Heute haben sich die Umweltbedingungen gegenüber der Urzeit zwar verändert, aber dieser Drang zum Konsens ist in jedem Menschen angelegt.

    Comment by Wilhelm Entenmann — September 11, 2009 @ on September 11, 2009 at 7:31 am.

  6. Ja klar, aber die Gruppe sucht sich der Mensch heute nicht selber aus, sondern sie wird über die Gesellschaft vorgegeben. Schau Dir aktuelle Parteireklame zur BTW an? Ich finde das künstliche “Wir-Gefühl” nur abstoßend. BRD, Islam, Sozialismus, Nazitum, eigentlich aller gesellschaftlicher Dreck der Geschichte manipulierte die Menschen über ein “Wir-Gefühl”.

    Comment by geisteswelt — September 13, 2009 @ on September 13, 2009 at 9:38 am.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>




Get free blog up and running in minutes with Blogsome
Theme designed by Gary Rogers