GeistesWelt

July 30, 2009

Inquisition gegen Hexenwahn!

Filed under: Gesellschaft

Inquisition und Hexenjagdten - das gehört für viele, auch bisher für mich, zusammen wie Sozialismus mit Enteignungen. Manchmal stößt man aber auf Artikel in Blogs, die scheinbar völlig abstruse Thesen vertreten, so wie hier: Inquisition war bei Urteilen über Hexen nicht maßgeblich beteiligt, oft sogar war es Bemühen der katholischen Kirche die verfolgten Frauen zu schützen, in dem sie zB das Äußern eines “Hexenwahnes” verbot.

Das sind Thesen, die genau das Gegenteil von den Lebensgefühl-Thesen deutscher Freizeit-Wiccas in eher komischen Foren wahrscheinen lassen. Schaut man bei Wikipedia, dann ist dem aber wirklich so:

Die weit verbreitete Annahme, die vor allem im 15.–18. Jahrhundert stattgefundenen Hexenverfolgungen gingen hauptsächlich auf das Konto der kirchlichen Inquisition, ist historisch falsch. Die weit überwiegende Anzahl der Hexenprozesse wurde vor weltlichen Gerichten verhandelt.

Die geistigen Vorfahren von Bischoff Mixa waren also keineswegs die Mörder der geistigen Vorfahren eines weiblichen Nick-Wesens im Wicca-Forum. Es stellte eher die zeitgenössische Form des Ehedramas dar und Täter waren weltliche Mächte. Interessant wie Geschichte immer und immer wieder verbogen und mißbraucht wird?

2 Comments »

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  1. Hexenprozesse?
    Da erinnere ich mich an den Klassiker zum Thema, den ich einst in einem Lehrbuch für Klinische Psychologie* gelesen habe.
    Der Fall dürfte Dich vielleicht (wegen des Ortes) überraschen:
    Hexenprozesse von Salem

    • = Der Grund der dortigen Nennung findet sich in der vermutlich wahren Ursache des Verhaltens der Frauen, welche man Hexen verurteilte: Ergotismus mit Wahnvorstellungen verursacht durch Mutterkorn.

    Comment by Wilhelm Entenmann — July 30, 2009 @ on July 30, 2009 at 8:32 pm.

  2. Die Hexenprozesse von Salem waren mir bekannt, jedoch nur durch das “Geisterhaus in Salem”.

    Ergotismus war aber nur eine Ursachenmöglichkeit. Hier ist es plausibel, weil viele Beklagte in der Untersuchungshaft verstarben. Aber eigentlich reichte schon eine Mißernte oder eine Feuersbrunst im Mittelalter den Hexenwahn zu entfachen. Das Sündenbockphänomen. Die katholische Kirche hat aber bei diesem Geschäft wohl doch eher bremsend eingewirkt. Das Hauptinteresse der Inquisition bestand wohl doch im Aufspüren von “Häresien”. Die Inquisition war im damaligen Sprachgebrauch als solches eben auch nur ein genau festgelegtes Verfahren einer Sache vor Gericht. Das Setting mit Richter, Staatsanwalt und Verteidiger sollen auf das Inquisitionsverfahren zurückgehen. Ich glaube Ratzinger war es, der es deshalb auch - in mancher Sicht - als fortschrittlich bezeichnet hat. Ich persönlich habe den Eindruck, dass politisch Korrekte, die das gar nicht verstehen, heute noch zu diesem Hexenwahn neigen … heißt er heute “Kampf gegen Rechts”. Sicher zum Glück wird heute nicht mehr gefoltert…

    Comment by geisteswelt — August 1, 2009 @ on August 1, 2009 at 7:46 am.

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