Erschoß die Stasi Benno Ohnesorg?
Benno Ohnesorg war eigentlich kein 68′er. Sein Tod aber radikalisierte die Studentenbewegung bis zu den Hass-Exzessen der RAF. Der Polizist Karl-Heinz Kurras hatte Ohnesorg, der zum ersten Mal in seinem Leben auf einer größeren Demonstration war, erschossen. Die Justiz sprach den Polizisten frei und die 68′er erschufen daraus ihre Legitimation zur Gewalt. Jetzt kam jedoch an das Tageslicht: Karl-Heinz Kurras war alles andere als ein verstockter, konservativer “Nazi-Polizist”. Er war Linker, Mitglied der SED und er arbeitete für die Machthaber der DDR als Spion in der BRD. War es ein Auftragsmord um die Studentenbewegung von damals bewußt zu radikalisieren?
Auch der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele zeigte sich im „Hamburger Abendblatt“ fassungslos über die Enthüllungen. „Es war völlig undenkbar und überhaupt nicht im Bereich unserer Vorstellungen, dass Kurras und der Tod von Ohnesorg im Zusammenhang mit der Stasi stand.“ Ströbele, der als junger Referendar den Prozess gegen Kurras begleitete, forderte, nun aufzuklären, ob die Stasi auch in die Aufklärung des Falls verwickelt war.
Dieses könnte schwierig werden, weil viele Akten über Kurras vernichtet worden sind. Aber man sollte hier 1 und 1 zusammenzählen dürfen und ob es so große “Zufälle” geben kann?
ZDF-Bericht zu diesem Thema:
Kurras selber, der heute noch in Berlin-Spandau lebt, äußerte sich zu dem Vorfall noch im Jahre 2007 recht “offensiv”. Laut Wikipedia sieht er keine Fehler seinerseits in den tragischen Vorfällen: „Fehler? Ich hätte hinhalten sollen, dass die Fetzen geflogen wären, nicht nur ein Mal; fünf, sechs Mal hätte ich hinhalten sollen. Wer mich angreift, wird vernichtet. Aus. Feierabend. So is das zu sehen.“






Drei Kugeln auf Rudi Dutschke
Ein blutiges Attentat
Wir haben genau gesehen
Wer da geschossen hat
…
Die Kugel Nummer eins kam
Aus Springers Zeitungswald
…
Des zweiten Schusses Schütze
Im Schöneberger Haus
…
Der Edel-Nazi-Kanzler
Schoß Kugel Nummer drei
…
(Wolf Biermann)
Von wegen!
Comment by Wilhelm Entenmann — May 23, 2009 @ on May 23, 2009 at 8:20 am.
Josef Bachmann hatte zwar auch lange in der DDR zu verbringen, hätte also potentiell dort indoktriniert werden können. Jedoch ist das auch kaum mehr als ein Anfangsverdacht. Mir persönlich erscheint er als seelisch instabiler Einzeltäter. Kurras hingegen ist vom Typ her ein Killer, der nichts “einfach so” macht.
Comment by geisteswelt — May 23, 2009 @ on May 23, 2009 at 10:12 am.
Jetzt sei mal nicht so objektiv i.e. fair gegenüber den Linken.
Die sind es ja auch nicht, wenn sie Dinge einfach behaupten und zwecks Argumentation nur draufhauen.
Carpe diem, fight left, turn it right!
Eigentlich müßte man so weit gehen und behaupten, dass Ohnesorg und Dutschke (und somit eigentlich die ganze 68er) Rechte bzw. Konservative gewesen sein müssen, wenn die SED sie denn hingerichtet hat.
Es einfach wie die Gutmenschen machen und einfach etwas behaupten!
Comment by Wilhelm Entenmann — May 23, 2009 @ on May 23, 2009 at 4:55 pm.
Zu Ohnesorg hatte ich schon mal etwas geschrieben. Man sieht wie da die Leute drauf abflamen. Psychologisch gesehen ist Ohnesorg also ein “Opferlamm” für die Linken gewesen, das legitimiert, in seiner Persönlichkeit aber dahinter zurücktritt und rein funktional wird. Dieser Zynismus, der in den öffentlichen Reaktionen erkennbar wurde, wird jetzt durch einen möglichen STASI-Hintergrund überdeutlich.
Den Bachmann würde ich da gerne auch miteinbeziehen. Er scheint aber geistig zerrüttet gewesen zu sein. Da kann man alles oder nichts draus machen. Dieses “Alles” träge aber dann zu sehr verschwörungstheoretische Züge. Während Fragen und ein deutlicher Verdacht im Fall Ohnesorg mehr als berechtigt scheinen. Das linke Wesen tritt nach außen als eine positive Kraft auf, ist im Inneren aber manipulativ und bösartig. Ich denke die geistliche Waffenrüstung nach Paulus ist da allein hilfreich. Und die Wahrheit ist da eine der besten Waffen, die solche Ideologien wie das Weihwasser fürchten. Würde man, wie sie, lügen, dann hätten sie recht dabei das alles abzustreiten und würden bestärkt werden. Nur die Wahrheit tötet die Ideologie. Ich meine jetzt, man sollte nur das schreiben, was man auch für richtig hält.
Comment by geisteswelt — May 24, 2009 @ on May 24, 2009 at 6:15 am.
Nur die Wahrheit tötet die Ideologie.
Bei der Wahrheit soll’s auch bleiben bzw. soll die Wahrheit in der öffentlichen Diskussion “ans Licht kommen”.
Ich fahre zweigleisig (siehe mein Bekenntnis zum wiss. “Kritischen Rationalismus”) und nutze die Methode der linken Verdrehung als Stilmittel in der öffentlichen Diskussion, u.a. um die Behauptungen und Argumente ad absurdum zu führen bzw. um diese mit den eigenen Mitteln bloß zu stellen.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 24, 2009 @ on May 24, 2009 at 6:31 am.
NACHTRAG zu Kommentar 5
Methode der linken Verdrehung als Stilmittel in der öffentlichen Diskussion
Broder nutzt diese Methode (u.a. in Form von Provokation) auch.
Persönlich freue ich mich, wenn ein populärer Journalist die Methode eines weniger bekannten Psychologen übernimmt.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 24, 2009 @ on May 24, 2009 at 6:38 am.
eines weniger bekannten Psychologen
DU?
Ja sicher, das knüpft jetzt an die andere Diskussion an, in wie weit Methoden der 68′er für uns heute interessant sein können. Abschließend kannst Du das aber nur bei einer Flasche Beaujolais Primeur erklären. LOL
Abseits von aller Taktik vermisse ich aber den alten Journalismus, der versucht sich nur mit Fakten auseinanderzusetzen. Die ganzen kommerziellen Medien sind voll von kleinen Broders, die persönliche Befindlichkeiten verbreiten. Letztlich ist faktenorientiert zu arbeiten auch viel schwieriger, als jetzt Polemiken zu verfassen, die sich übrigens alle wie von selbst schreiben.
Persönlich mag ich Debattenmagazine und der Schreibstil von diesen finde ich “kult”.
Comment by geisteswelt — May 24, 2009 @ on May 24, 2009 at 4:49 pm.