Vom mof und mohammedaan!
Im Langenscheid Taschenwörterbuch Niederländisch-Deutsch gefunden:
mof, Plural moffen: Schimpfwort für Deutsche(r), Teutone
auf derselben Seite:
mohammedaan, Plural mohammedannen: neg! der Mohammedaner
Ich wurde auf das “neg!” aufmerksam. Was bedeutet dies? “Wird oft als abwertend empfunden”. Also was unterscheidet dann aber “mohammedaan” von dem “mof”? Empfinden Deutsche den “mof” nicht als abwertend oder vielleicht sogar als ihrer “wahren Natur” schmeichelnd? “Mof” wurde während der deutschen Besetzung der Niederlande geprägt und ist - auch wenn es keiner in Deutschland richtig kennt und sich drollig anhört - schon eine starke Beleidigung. Anders beim Mohammedaner! Objektive Begriffe können da schon als beleidigend empfunden werden. Man versteckt es sogar hinter dem Chiffre “neg!” und ist sich nicht zu 100% sicher, ob es nun sensible Seelen so sehr schmerzt, als ob der Gebrauch dieses Wortes mit der Anzahl der Terroranschläge strenggläubiger Muslime korrelieren würde?
Trivia: “Mohammedaan” wird alphabetisch wie semantisch von den Wörtern “mokerslag”, den Keulenschlag, und “morgenheid”, das heißt Macht, wie “grote morgenheid”, der Weltmacht, umschlossen.
Die weibliche Form von “mohammedaan” heißt im Niederländischen “mohammedaanse”. Das ist das lustige an der niederländische Sprache. Die deutsche Assoziation der “Transe” liegt den Niederländern völlig fern. Aber irgendwie würde sie doch auch passen? Aber vorsicht! Auch “mohammedaanse” hat ein “neg!” in der Erläuterung.






“Mohammedaner” ist natürlich übel, weil nahegelegt ist, dass es keinen Allah gibt. Gilt als sehr diskriminierend.
Ich mag das Wort auch nicht so recht, zu lang, anasonsten wäre es brauchbar. Islam (Unterwerfung, “Frieden”) und “Moslem” (Unterworfener, “Friedensmensch”) klingen auch recht übel und sind semantisch bereits “neg!”.
Lustig wie die Wikipedia hier ganz politkorrekt die metamophorische Ebene “sich hingeben” findet, die aber eben an der Wortbedeutung vorbei geht.
Comment by Silberlöffel — March 31, 2009 @ on March 31, 2009 at 8:04 am.
Ich benutzte bis dato das deutsche Wort “Mohammedaner”. Werde aber in Zukunft auf “Unterworfener” umsteigen - klingt noch passender.
Comment by Kristof — March 31, 2009 @ on March 31, 2009 at 11:31 am.
Das Problem unserer mohammedanischen Freunde ist, dass ihnen - auch freundlich gemeinte - Aufrichtigkeit schon als Beleidigung erscheinen muß. Ein Ungläubiger darf sie eben nicht kritisieren oder auch schon den Anschein erwecken. Da sind Wörter eher sekundär, sofern sie nicht in blumigen Demutsgesten verpackt werden.
Comment by geisteswelt — March 31, 2009 @ on March 31, 2009 at 6:32 pm.