Robert Stewart, 45 Jahre alt, war der Gunman, der am Sonntag Morgen in einem Altenpflegeheim im US-Staat North Carolina 7 Bewohner und einen Pfleger erschoß.
Da Senioren in den USA zum größten Teil für ihren Unterhalt selber aufkommen müssen sind die Motive von Herrn Stewart bis nicht richtig nachzuvollziehen. Stewarts Ex-Frau berichtete in den US-Medien, dass der spätere Amokläufer zuvor ihr gesagt hätte, dass er an Krebs erkrankt wäre und auf „eine lange Reise“ gehen würde. Nebenbei berichtete die ehemalige Miss Stewart, dass ihr ehemaliger Mann in ihrer 15 Jahre langen Ehe immer wieder zu Gewalt und Aggressivität neigte.
Auch eine „Beziehungstat“ ist ausgeschlossen, da fast alle seine Opfer Greise, zum Teil in Rollstühlen, waren, und die in den ab und an in den deutschen Medien zitierte „Krankenschwester“ in Wahrheit ein männlicher Pfleger war.
Es handelte sich um Jerry Avant Jr., 39 Jahre alt, der sein Leben dabei verlor als er sich zwischen den Gunman und seine wehrlosen Opfer stellte. Insgesamt töteten Avant 27 Kugeln

Jerry Avant, einer der Helden von Carthage. Avant war Veteran der Küstenwacht, der er 10 Jahre angehörte, bevor er Pfleger wurde.
Der medizinische Techniker (medical technician) Jill DeGarmo fand später Avant noch lebend am Boden liegend: „Er lag auf dem Boden in einer großen Lache von Blut. Ich beeilte mich etwas zum Verbinden zu holen um zu versuchen seine Blutungen zum Stillstand zu bekommen bis jemand kommen würde um zu helfen. Er sagte mir die ganze Zeit wie er fühlen würde zu sterben. Ich sagte ihm immer wieder, er würde nicht sterben, alles würde OK sein. Er fragte mich, ob ich mit ihm beten würde und wir beteten gemeinsam.“ Später folgte DeGarmo Jerry Avant in das Hospital in dem er versterben würde. Die Ärzte berichteten später Avants Vater, dass sein Sohn als Held gestorben wäre, mit 27 Kugeln in der Brust und der Gewissheit weiteren Insassen des Heimes das Leben gerettet zu haben. Avants Vater soll darauf Johannes Kapitel 15, Vers 13 zitiert haben: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben läßt für seine Freunde.“
Aber Jerry Avant war nicht der einzige Held an diesem Tag! Der wahllos tötende Gunman selber wurde von einer einzigen Kugel gestoppt, die ein Police-Officer abfeuerte, der als einer der ersten am Tatort eintraf, nachdem er durch den Notruf 911 gerufen worden ist. (1) Der 25-jährige Polizist Justin Garner beendete den Amoklauf als er Stewart in einem Gang mit einem Schuß verletzte und damit außer Gefecht setzte. Garner selber wurde dabei von einer Kugel in das Bein ebenfalls verletzt.
Die gesamten Todesopfer des Überfalls waren: Tessie Garner, 88; Lillian Dunn, 89; Jessie Musser, 88; Bessie Hendrick, 78; John Goldston, 78; Margaret Johnson, 89; Louise Decker, 98; und Pfleger Jerry Avant, 39.
deutsche Reflektionen
Ich habe das alles mal ein wenig zusammen geschrieben, was ich aus amerikanischen Medien zu dieser Tragödie erfahren konnte. Die deutsche Berichterstattung war, wie zu erwarten, enttäuschend. Das ganze wurde kurz umrissen am Rande gebracht, dass es „wieder“ einen Amoklauf in den Staaten gegeben hätte. Die „Netzeitung“ läßt uns wissen, dass es bereits der 3. Amoklauf im März gewesen sein soll. Wie konditioniert soll der Leser jetzt selber zu dem Schluß kommen, dass die liberalen Waffengesetze in den Staaten daran Schuld sein sollen. Das nennt sich dann selbstgenügsamer, kritischer Journalismus in Deutschland. Das deutsche Blutbad in einer Schule in Winnenden ist kaum geschehen und dabei bietet sich doch ein Vergleich der beiden Verbrechen an?
Man könnte sich die Situation einmal in Ruhe und genau anschauen. In Deutschland sind - weltweit einmalig! - eine Vielzahl von Computerspielen “indiziert”, auch die Waffengesetzgebung ist (z. Bspl. im Vergleich zur Schweiz) extrem restriktiv. Dennoch liegt Deutschland nun auf der weltweiten Amok-Top-10 nach Todesopfern auf Platz 2 (hinter den USA).
Das ist Allgemeinwissen, auch wenn es gerne in Deutschland so nicht gesagt wird. Was die Tragödie Carthage betrifft, so muß man feststellen, dass es in Amerika noch Helden gibt, die es in Deutschland nicht zu geben scheint. Niemand konnte den Amokläufer von Wennenden aufhalten und erst nach einer wüsten Schießerei, weit ab vom eigentlichen Tatort, konnte er erschossen werden (oder er erschoss sich?), nachdem er noch weitere Menschen töten konnte und diverse „Polizisten“ anschoß.
Jetzt ist es geradezu grotesk in Deutschland zu sehen, wie solche Fälle aufgearbeitet werden! Sämtlichen restriktiven Gesetze sollen noch mehr verschärft werden, aber keiner stellt die Frage in wie weit überhaupt die Polizeikräfte in Deutschland dazu ausgebildet sind mit Amokläufern umzugehen? Ich meine jetzt nicht irgendwie ein Psycho-Blabla a la „Hey Du … wir können über alles reden“, sondern der Fähigkeit betreffend mit der Waffe überhaupt vernünftig umgehen zu können. In Winnenden war ja angeblich ein „Sonderkommando“ sehr rasch vor Ort. In Cartage, scheint nur ein kleines Nest zu sein, weit ab vom Schuß, da kam der Polizeiwachmeister und stoppte den Amokläufer mit einem Schuß!
In Deutschland wäre das möglich? Dabei ist es – auch dort - Sache der Polizei solche Leute zur Strecke zu bringen und nicht – wie allgemein getan – die Sache der Gesellschaft sich so zu verändern, dass solche Taten nicht mehr möglich sind? Ersteres ist real machbar, dadurch, dass die Polizei eine vernünftige Ausbildung an der Waffe bekommt, bessere Munition (höherkalibrige Teilmantelgeschosse.) oder zB Lehrkräfte auch eine Waffe tragen dürften etc.
Zweiteres ist Illusion, eine solche Gesellschaft löst keine Probleme mehr wirklich, sondern zelebriert in Medien Scheinlösungen, die gut klingen, nichts bringen …. aber für die die verantwortlichen Politiker auch keine Verantwortung übernehmen müssen, wenn mal etwas schief gehen sollte. Gesetzesverschärfungen klingen gut und man kann immer mehr und mehr davon fordern und in der Sache selber nicht angreifbar sein. Aber Leute, die keine Verantwortung übernehmen können sind Gift für die Politik wie für das Leben, was diese Politiker ja wirklich schon „ausgesondert“ hat.
Fassen wir zusammen: Ein freies Waffenrecht schafft eine Nation von Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Ein Land, dass alles regulieren will bis in den Kindergarten erschafft Hedonisten, die nichts leisten können und alles mundgerecht bis ins Altenheim serviert bekommen wollen. Oder eben den vereinzelten Amokläufer, der mit seiner Tat diesen faulen Frieden auf seine Art stören will oder muß um Ruhe zu finden. Deshalb korreliert in Deutschland der Amoklauf mit dem Grad der politischen Regulierung der Gesellschaft, während in Amerika der Amoklauf sich in einem Verhältnis zwischen Verantwortung der Mehrheit und Mißbrauch einzelner eingependelt hat. Das ist freie Marktwirtschaft! Wer Risiken eingehen kann, der kann hohe Güter gewinnen. Wer dazu nicht bereit ist, versagt persönlich und als Gesellschaft.
Updates
20:25 Insgesamt ein Autor machte sich im deutschen Sprachraum die Mühe die Geschichte von Jerry Avant zu recherchieren. Dank geht an Dierk Sindermann von “DerWesten”. Alle anderen, die bei Google-News.de dabei sind, schrieben nur von den Pressedienstmitteilungen ab!
20:45 Bewegte Bilder in einem Video bei YouTube zu diesem Ereignis.
21:52 Video auf CNN mit ersten Reaktionen des Vaters von Jerry Avant und Sue Griffin, der Ex-Frau des Täters, dessen Bild jetzt auch schon den Medien bekannt ist. Medien behaupten, dass eine weitere Ex-Frau von Robert Stewart in dem Altenheim, in dem das Blutbad sich ereignete, angestellt sein soll.
Trivia:
(1) In Amerika war die Notrufnummer schon vor dem 11. September 911.