Petr Lom, Ahmadinedschad’s Leni Riefenstahl
„Letters to the President“ heißt Petr Loms Film. Cicero meint dazu vorab: Der Regisseur Petr Lom wollte westliche Feindbilder abbauen, und ist für manche Menschen selbst eines geworden.
Laut Presseberichten scheint „Letters to the President“ nichts weiter zu sein, als ein Propaganda-Film für die iranische Glaubensdiktatur. Der berüchtigte iranische Präsident wird in ihm eine Zeit lang von Petr Lom bei seinen Regierungsgeschäften begleitet und von seiner “menschlichen Seite” gezeigt: Massenaufmärsche und ein in der Menge badender iranischer Diktator mit gewinnendem Lächeln.
Der Titel „Letters to the President“ bezieht sich übrigens nicht auf Ahmadinedschad’s Schreibversuche an den ehemaligen amerikanischen Präsidenten G.W. Bush, sondern auf Briefe, die man aus dem Volk an Ahmadinedschad selber schreiben muß, um den eitlen Herrscher zu bitten seinen gnadebringenden Einfluß für einen geltend zu machen.
Liest man das Cicero-Interview von Constantin Magnis mit Petr Lom, dann scheint auch Lom selber von einer -durch die Blume gesagt- “gewissen Schwärmerei” für den iranischen Holocaust-Leugner Ahmadinedschad „eingenommen“ zu sein:
Frage: Mussten Sie nach den Dreharbeiten ihr Bild des iranischen Präsidenten ändern?
Nein, mir war immer schon klar, es hier mit einer sehr komplexen Persönlichkeit zu tun zu haben. Und ich erinnere mich noch an seine Rede auf der Columbia University, da sagte er all diese unfassbaren Dinge, Kommentare über Homosexuelle, den Holocaust, Israel. Aber gleichzeitig klingen viele seiner Argumente genau wie die vieler linker Intellektueller bei uns: In ihrer Kritik am Imperialismus sind Noam Chomsky und Ahmadinedschad gar nicht so unterschiedlich, wissen sie? Also, vielleicht ist er nur ein Mensch, und ein Politiker…
Petr Lom erscheint hier nicht gerade als das, was man einen kritischen Geist nennen könnte. Selbstredend gibt es so einen Film in Deutschland auf der Berlinale zu sehen. Relativierender Anti-Semitismus ist nämlich wieder chic und da stellen Loms sentimentale Ergüsse über den iranischen Führer eines der vielen obligaten Feigenblätter dar.
Hier der Link zu dem Cicero-Interview.





