Holocaust-Berufsmahner mahnten diesmal ohne die Juden
Der Kult um die Sühne des deutschen Volkes, wie man so sagt, ist integraler Bestandteil der BRD-Ideologie. Anscheinend kommt er mittlerweile auch jetzt vollkommen ohne Juden aus. Diese sagten gestern ihre Teilnahme an einem Holocaust-Gedenktag ab und die gesellschaftstragenden Eliten rätseln jetzt warum. - Ein Kommentar
Wenn man sich fragt, was für eine Form von Nationalismus haben die Deutschen kommt man auf eine seltsame Antwort: Einen scheinbar inversen Nationalismus, der Verfehlungen in den 30′er Jahren des letzten Jahrhunderts fast ausschließlich instrumentalisiert um scheinbar ein Gefühl der Schuld auf sich selber zu werfen. In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg eine Notwendigkeit. Mittlerweile ist aber anscheinend aus der Not eine Tugend geworden. Man erlebt sich als geläuterten Sünder, der in so fern an sich glaubt, dass er aus der Geschichte gelernt habe. Man tritt so wieder mittlerweile recht selbstbewußt auf, gibt den Israelis, die heute wieder einer für die meisten von den Deutschen unbegreiflichen Gewalt ausgesetzt sind, “freundschaftliche Ratschläge” doch auch mal aus der Geschichte zu lernen, so wie man selber. Das wird meistens in einer überzeugten naiven Unschuld vorgebracht, die nichts ihrer Unverschämtheit zu ahnen scheint. Andere Stimmen sind da sehr viel rabiater. Man traut sich wieder.
Das ist die Ausgangslage, aus der Geschichte gelernt zu haben, sich wieder ein anmaßendes Auftreten glauben leisten zu können. Dementsprechend “irritiert” gibt man sich jetzt in bezug auf die Entscheidung des “Zentralrates der Juden in Deutschland” nicht an einer Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag teilzunehmen.
Nicht nur deutsche Politik gibt sich verständnislos, sondern auch die etablierte Presse macht bei diesem Spiel bedenkenlos mit. Es wurde oft der Anschein vermittelt die Begründug des “Zentralrates” würde sich auf Lapalien wie der Sitzordnung bei dieser Veranstaltungen stützen, während die wahren Gründe einfach verschwiegen worden sind. Hier fängt es nämlich an richtig verlogen zu werden. Man nehme nur einmal die Berichterstattung der renomierten “Süddeutschen Zeitung”. Die Feier Gedenkstunde wird als harmonische, nette Runde beschrieben, in dem nur der Zentralrat diese Harmonie erheblich zu stören schien. Der Kommentator Nico Fried sprach hier sogar von einer “verstörenden” Entscheidung. Erwähnt werden die Gründe natürlich nicht. Man mußte schon ein wenig suchen, um diese zu finden. Stephan Kramer, ein führender Mitarbeiter des “Zentralrates”, sprach von dem Vorfall in Duisburg, bei dem muslimische Demonstranten anfingen zu randalieren, bis die Polizei in eine private Wohnung einbrach um 2 Israel-Fahnen zu entfernen. Im Zuge dieser anti-israelischen Demonstrationen kam es davon abgesehen immer wieder bundesweit zu antisemitischen Exzessen. Ferner natürlich eine Entscheidung des katholischen Papstes Benedikt XVI. die Exkommunikation eines Mannes aufzuheben, dem Holocaustleugnung vorgeworfen wird. Natürlich spielen für Kramer wahrscheinlich auch monetäre Fragen eine Rolle, wie ein Bericht des “Handelsblatt” vermuten läßt.
Stephan Kramer hat aber hier anscheinend den Bogen überspannt, denn zum ersten Mal bekommt der “Zentralrat”, der zuvor als moralisches Gewissen einer Nation zu gelten schien, deutlichen Gegenwind aus der Politik und Presse. Andersherum hat auch das ritualisierte “Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus” deutliche Risse bekommen. Wie sinnfrei so ein Gedenken in einer Gesellschaft werden muß, in der “Kritik an Israel” staatsbürgerliche Pflicht zu werden scheint ist offenbar. Man arbeitet wirtschaftlich mit Ländern wie Iran, Syrien zusammen und läßt Leute in Europa siedeln, für die Antisemitismus so normal wie Atmen ist. Eigentlich scheint auch die vehemmente “Kritik an Israel” nur ein Kniefall vor diesen Leuten zu sein, um die arabische Seele zu beruhigen. Der Palästinenserkonflikt könnte einem doch auch - wie all die anderen Konflikte auf der Welt - vollkommen egal sein? Es gibt sogar erheblich blutigere als diese Scharmützel mit arabischen Terroristen an den Grenzen zu Israel. Aber man will vor dem Islam kriechen um ihn zu besänftigen und deshalb nimmt man so viel Anteil, wie man zumindestens der Presse nach meinen will.





