Mannichl: diente ein Roman als Vorlage zu seiner Geschichte?
Die Ermittlungen im Fall Mannichl sind ins Stocken geraten. Niemand weiß, wer den Passauer Polizeichef am 13. Dezember 2008 mit einem Messer attackiert haben soll. Unabhängige Beobachter verweisen auf die Ähnlichkeiten von Herrn Mannichls offizieller Version der Tat mit einem Roman von Norbert Entfellner. Bei der Überprüfung diesen Verdachtes stellte sich erstaunliches fest.
Die Ermittlungskommission des LKA gibt jetzt bekannt, dass die beiden Phantombilder mit den Tätowierungen (Schlange und Kreuz) als nicht mehr aktuell gelten. Die Zeugin, die zuvor die Angaben zu den Bildern machte, soll im weiteren Verlauf als nicht zuverlässig eingestuft worden sein. Unbestätigten Berichten zur Folge soll es sich hier um eine Angestellte der Ehefrau von Alois Mannichl gehandelt haben.
Er muß jetzt noch einmal seine Narbe den Ermittlern vorzeigen
Den Ermittlern nach soll sich Alois Mannichl jetzt auch einem medizinischen Gutachten stellen und seine vermeintlich lebensbedrohliche Messerverletzung noch einmal untersuchen lassen. Nach Angaben der Ermittler soll dies ein normaler Ablauf nach so einer Tat sein. Zur Zeit ist über das Ergebnis des Gutachtens der Öffentlichkeit noch nichts bekannt. Die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurde vervierfacht und beträgt nun 20.000 Euro.
Holte er sich seine Geschichte aus einem Roman?
Das schweizer Medienportal 20minuten.ch fragt sich während dessen, ob Herr Mannichl sich von einem Roman inspirieren habe lassen? Es schreibt:
Fast unheimlich wird es dem Leser, wenn er die Beschreibung des erfundenen Städtchens Staffhall im Roman «Das abessinische Souvenir» des deutschen Autors Norbert Entfellner liest: Auch im fiktiven Staffhall wohnt ein Polizist mit seiner Frau. Ein Beamter wird vor einer Haustür mit einem Messer attackiert. Die lokale Polizei ist mit den anschliessenden Ermittlungen so überfordert, dass das Landeskriminalamt den Fall übernehmen muss. Auch geografisch passt vom Fluss bis zum Kloster alles haargenau zu Fürstenzell, dem Dorf bei Passau, in dem die echte Messerattacke auf den Polizeichef begangen wurde.
Leider verrät 20minuten.ch nicht, wie das Buch “Das abessinische Souvenir” am Ende ausgegangen ist. Komischerweise stellte sich jedoch bei einer Webrecherche heraus, dass Norbert Entfellner tatsächlich im engen Abstand zu der Tat in Passau sein Buch vorstellte. Entfellner selber ist Passauer. “Der Schauplatz dieses philosophischen Thrillers, dürfte gerade für Passauer Leser einen besonderen Reiz haben…“, so warb die Internetbekanntmachung des ScharfrichterHaus Passau. Polizeichef Mannichl könnte in der Tat an diesem Termin (04.11.2008, 20:00) dort gewesen sein um sich von dem Stoff “inspirieren” zu lassen. Hier eine Rezension des Buches in der Passauer Neuen Presse, die ebenfalls die frappierenden Ähnlichkeiten der fiktiven Geschichte zu dem aktuellen Fall Mannichl feststellen muß.






Klarer Fall…, da muß Miss Marple ran!
Die hat auch immer Parallelen ihrer Fälle mit älteren Romanen (z.B. in “Mörder Ahoi” mit “Die Mausefalle”) gezogen.
Im Ernst, an der Sache, dass Mannichl kurz zuvor etwas gehört/gelesen hat, was seine spätere Zeugenaussage verzerrt haben mag, könnte etwas dran sein.
Wie so oft erinnere ich an dieser Stelle wieder einaml an die (experimentellen) Studien der genialen Sozialpsychologin Elizabeth Loftus, z.B. “Eyewitness Testimony” (1979). Wissen, das bei unserer Polizei wohl nicht zum Einsatz kommt, wenn ich an meine Erfahrungen mit Beamten denke.
Comment by Wilhelm Entenmann — January 22, 2009 @ on January 22, 2009 at 11:09 pm.