Konservative, subversive Aktion!
Raus aus den Ruheräumen des Internets und rein ins Leben? Hört sich gut an und ist sicher auch richtig. Besonders richtig und auch ein wenig mutig ist es für Leute, die sich als konservativ bezeichnen, diesen Schritt zu tun. Gestern aber war es so weit: 20 junge Männer und Frauen schlossen sich in einer “konservativ, subversiven Aktion” zusammen, um gemeinsam gegen einen Alt-68′er Kongress zu demonstrieren, der an der alten Humboldtuniversität zu Berlin stattfand.

“reaktionäre Propaganda“ flattert auf die Alt-68′er hernieder
Im Aktionsblog der konservativ, subversiven Aktion „www.ungebeten.de“ heißt es:
Wir haben am Balkon und den Fenstern zum Innenhof unsere Großbanner angebracht und hunderte Aufkleber und Plakate angebracht. Götz Kubitschek verlas über Megaphon die Forderung der Konservativ-Subversiven Aktion nach einem Abbruch des 68er-Kongresses.
Ganz im Geiste von Hans und Sophie Scholl mutig und direkt gegen die Leute, die heute den größten Massenmördern der Welt hinterherlaufen: Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique “regieren” zu lassen. Gesicht zeigen gegenüber den Intoleranten ist auch heute nötig wie eh und je!
zum Aktionsblog der konservativen, subversiven Aktion
lesenwerte Blogbeiträge hierzu:
Unzeitgemäße Betrachtungen - Konservativ-subversiv auf dem 68er-Kongreß
deutschland-kontrovers.de - Konservativ, subversiv, handelnd
ef-online - Gratulation: Achtundsechziger-Kongress mal ganz anders






Endlich!, solche Aktionen sind’s, die ich schon seit langem herbei sehne. Konservative und/oder Bürgerliche sollten sich “für Strasse” nicht zu fein sein, dabei auch ‘mal unkonventionelle Methoden (welche in nicht-bürgerlichen an der Tagesordnung sind) anwenden.
Gefällt!, ich hatte es bereits gestern mit Begeisterung gelesen und zunächst an einen Fake gedacht. Nachdem ich nun aber ein biserl gegoogelt habe und weiß, wer u.a. beteiligt ist… .
Super!, nimmer nett lang schwätze sonnern nuff uff’d Strossch.
Vive la résistance!, hoffentlich bald im ganzen Land.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 3, 2008 @ on May 3, 2008 at 9:46 am.
Die Leuchtfeuer von Gondor brennen?
Ich würde die Aktion nicht so epochal sehen, denke mir aber, dass es für die Aktionisten ganz nett gewesen sein mag die Linken mal ein wenig aus dem Konzept zu bringen.
Ich denke es ist der richtige Weg, die Konzepte des zivilen Widerstandes von den 68-er zu übernehmen, sei es, wenn es gegen den erstarkenden Einfluß der Mauermörder-Partei geht oder gegen Errichtung von Großmoscheen.
Man darf nicht den Fehler machen zu denken, nur weil man recht hat, würde das den Gegner überzeugen … im Gegenteil! Da ist es besser zu 10 an einem PDS-Wahlstand eine Gegenveranstaltung zu machen oder ihre Plakate mit dem Wort “Mörder” zu überkleben. Damit erreicht man in der Diskursebene gar nichts, erreicht aber die Leute, die politisch nicht gefestigt sind. Um die geht es in der politischen Diskussion. - Um nichts anderes.
Comment by geisteswelt — May 3, 2008 @ on May 3, 2008 at 6:29 pm.
Epochal ist mir nun auch ein bis zwei Nummern zu groß. Aber ich glaube es ist schon wichtig, dass den Linken ihre selbstverständliche Vorherrschaft und besondes ihr noch viel selbstverständlichereres “gut-sein” / “richtig-sein” öffentlich bestritten wird.
Ich finds aber auch einfach witzig. Es war ein Zeichen und als solches wirkt es auch, denk ich. Es wird zwar medial weitgehend totgeschwiegen, aber die Linken dürften verunsichert sein. Der Titel des ganzen Kongresses “Die letzte Schlacht gewinnen wir” zeigt ja auch, dass sie sich in der Defensive sehen.
Comment by Nikodemus — May 4, 2008 @ on May 4, 2008 at 7:37 am.
@geisteswelt:
Och,… ich würde auch nicht glauben, daß man Linke mit solchen Aktionen überzeugen könnte. Diese Leute bzw. deren Aktivisten (Kader) wären auch nicht meine Zielgruppe. Die sind zu “fest”.
Ich würde mit solchen Aktionen die Öffentlichkeit zu gewinnen versuchen, die Masse, welche meist unsicher und unentschieden ist.
Mit einer Aktion, welche völlig aus dem Bild der stocksteifen Konservativen fällt, weckt man diese Aufmerkamkeit und hat auch die Lacher auf seiner Seite, kurz, macht die Masse für die Aufnahme der eigenen Botschaft bereit.
zu Gondor: “Die Rückkehr des Königs”
btw. Hast Du Dich schon einmal mit der Offenbarung des Johannes auseinandergesetzt?
@Nikodemus:
“Die letzte Schlacht gewinnen wir” ist ein Songtitel der Gruppe “Ton Steine Scherben” um den Sänger Rio Reiser.
Die Nutzung des Titels durch die konservative Aktionsgruppe halte ich eher für ironisch.
Das Lied kannst Du Dir auf YouTube anhören (Lied im Original, Videobilder von einem Fan):
http://www.youtube.com/watch?v=JNsKTcTNrac
Comment by Wilhelm Entenmann — May 4, 2008 @ on May 4, 2008 at 11:29 am.
“Die letzte Schlacht gewinnen wir” war Motto der 68′er. Die studentische Protestbewegung benutzte statt dessen “Die letzte Schlacht ist schon längst vorbei”.
Mit der Offenbarung des Johannes reicht es nicht sich nur einmal auseinanderzusetzen, man muß es sein ganzes Leben über, immer wieder! Mittlerweile lasse ich aber das Buch auch ganz gerne verschlossen. Wenn man die Zukunft erführe, müßte man eine stärkere Seele haben als ich sie habe, um sie überhaupt verkraften zu können.
Wie kommst Du auf diesen Vergleich? Hat Dich der PI-versus-Papst-Thread bei Kewil derart inspiriert?
Comment by geisteswelt — May 4, 2008 @ on May 4, 2008 at 1:40 pm.
Die Offenbarung
ist mir schon seit frühster Jugend bekannt.
In der letzten Zeit kam/kommt sie mir verstärkt in Erinnerung. Die Sache bei/mit PI und Kewil ist nur Anlass gewesen, um an die Offenbarung zu erinnern.
Meiner Meinung nach können Gläubige, speziell aber jene der Amtskirchen, diese Aussagen (ob nun wahr oder nicht), nicht einfach auf die Seite schieben, …müssen sich damit damit auseinandersetzen und einige Fragen stellen. Ich möchte jetzt aber aber keine Diskussion über die Offenbarung oder gar Nostradamus eröffnen.
Für mich ist es (unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Offenbarung s.o.) tatsächlich so, daß ich in den Amtskirchen die Gehilfen der Islamisierung sehe.
“Die letzte Schlacht gewinnen wir”
bezüglich des Armageddon klingt das jetzt irgendwie hoffnungsvoll.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 4, 2008 @ on May 4, 2008 at 3:26 pm.
Seit frühester Jugend? Das ist ungewöhnlich und da überrascht Du mich! Soweit ich die Binnendiskussionen der Amtskirchen überblicke, wird die Offenbarung eigentlich nicht mehr thematisch groß berücksichtigt und in keinem Unterricht würde man mehr als nur punktuell an diesen Stoff herangeführt, wenn überhaupt.
Das Problem mit der Offenbarung ist ihre komplexe Verschlüsselung. Ich bin nur soweit gekommen einzelne Bilder für mich zu entschlüsseln, aber viele andere habe ich noch als unbeantwortete Fragen in mir. Eigentlich ist die gesamte Bibel eine geistige Bildersprache, die man aufnehmen muß und nicht vorschnell für sich in gewöhnliche Lebensbedingungen übertragen darf. Schafft man das, erntet man über die Zeit sehr viel positives. Zumindest was die Evangelien und Briefe anbelangt. Um sich derart mit der Offenbarung zu befassen erfordert es jedoch sehr viel Seelenstärke, an der ich, wie oben angedeutet, immer gescheitert bin.
Prinzipiell gibt es aber einen apokalyptischen Standpunkt zu dem Islam und der entspricht Deinem oben umrissenen Standpunkt. Das Problem der Amtskirchen ist, dass sie als Institution in einer Form auch immer überleben wollen. Gerade die katholische Kirche hat deshalb in ihrer Geschichte oftmals Dinge neu erfunden, die für die Urchristen undenkbar gewesen wären. Ihre Priesterschaft hat die Botschaft von Christus versiegelt, sie zwar versucht zu vermitteln, aber letztlich haben sie es unmöglich gemacht (machen wollen), dass es zu einem persönlichen Christuserlebnis für eine große Anzahl von Menschen kam. Sicher gab es Heilige und dergleichen, aber das waren exponierte Persönlichkeiten, wenn Du so willst Popstars, die gerade durch den Kult von der Masse entfremdet worden sind. Wenn man sich das NT durchliest, dann öffnen sich einem die Augen, in wie weit sich diese Kirche von ihrem Ursprung entfernt hat. Als Luther dann das Buch in populäre Sprache übersetzt hatte, so dass jeder es verstehen konnte kam es nicht umsonst zu einer großen Reformation von Menschen, die es wahrscheinlich genauso sahen wie ich heute. Durch ihre Institutionalisierung bekamen aber die Protestanten ähnliche Probleme und verfielen in einen, sagen wir mal, logisch-christlichen Moralismus, der der jetzigen Form des Christusbegreifens als historisierten und dadurch, weil nicht bewiesen werden kann, auch völlig relativierten Jesus voranging. Diesem Jesus wird also seine Berufung, der Christus durch die Johannestaufe geworden zu sein, abgesprochen. Letztlich ist man damit an dem Punkt angelangt, auf dem die Pharisäer zu seinen Zeiten verharrten, dass sie zwar ihn als Menschen Jesus sahen und später auch töteten, aber nicht begreifen konnten, dass er Christus war. Das ist das traurige und das Hauptelement der Kreuzigungsgeschichte. Wenn eine Kirche diese Regression vollständig vollziehen würde, dann wäre das in meinen Augen wahrscheinlich der Punkt, die Sünde, die das Faß zum überlaufen brächte und die Apokalypse mit ihrem Gericht würde hereinbrechen.
Jetzt ist eine muslimisch bereicherte Bevölkerung ein weiteres Druckmittel auf diese Kirchen diesen Schritt in ein historisiertes Jesusverstehen zu gehen, wie eigentlich auch viele Dhimmikirchen dann schlußendlich das islamische Jesusdenken (Jesus war zwar Prophet, aber nur Mensch, nicht Christus) übernommen haben, um durch Entgegenkommen weniger Demütigungen erleiden zu müssen. Das beschreibt auch die Offenbarung recht frei und eine weitgehend islamisierte Gesellschaft würde auch die Grundbedingungen sich schaffen die dort beschriebenen Christenverfolgungen in der Endzeit zu realisieren. Man sollte sich auch hier vor Augen führen, dass in der Bibel auch tatsächlich von einem großen Propheten gesprochen wird, der nach Christus noch käme und der die Christuskirche abschaffen würde. Genau das sagt auch Mohammed, genau das ist seine Intention, wenn man sich seine Schriften durchliest.
Das ganze kann man sich sehr anschaulich durch das Studium der christlichen und islamischen Bücher selber erschließen, in wie weit jetzt jeder diese Prophezeiungen für sich gelten lassen will sei jetzt dahin gestellt. Wenn man aber sich diese Quellen anschaut, dann ergibt sich ein sehr dichtes Bedeutungsgeflecht zwischen beiden Religionen, das weit tiefer geht, als in den populären, interreligiösen Dialogen angesprochen wird. Letztlich ist obiger Gedankengang auch der Grund für meine Islamophobie. Ich dachte am Anfang, ich könnte meine Zweifel beiseite legen, wenn ich mich mit dem Islam beschäftigen würde und einen „modernen Standpunkt“ einnehmen. Aber ich fand die meisten Zweifel eigentlich nur bestätigt. Das ist das Problem!
Nochmal zu Armageddon! Das würden nicht „wir“ gewinnen, sondern Christus! Ob wir mit ihm gewinnen wäre eine andere Frage. Es ist meiner Ansicht nach eine ungemein entscheidene Frage, ob man mit ihm gehen will oder nicht. Schau Dir das Schicksal der Jünger an! Diese kamen alle auf schreckliche Art ums Leben. Wo ich jetzt wieder zu der Seelenstärke käme, die ich anfangs erwähnte. Das ist ein sehr persönlicher Punkt.
Schade eigentlich, dass Du das hier nicht thematisieren willst!
Deine Auffassungen zur Nostradamusdeutung würden mich schon interessieren. Eigentlich ist es doch so, dass er dunkel formulierte und schlußendlich seine Centurien auch nicht chronologisch anordnete. Für mich ist das Kaffeesatzleserei. Während die Interpretation von religiösen Schriften alleine schon dadurch Belang hat, dass viele daran glauben und diese Schriften damit Schicksal bahnen können.
Comment by geisteswelt — May 4, 2008 @ on May 4, 2008 at 5:30 pm.
Mein persönlicher Weg zum Psychologen verlief über viele Umwege, weshalb ich mich auch ein bisserl mit anderen Dingen auskenne. Alleine meine Begegnung und Auseinandersetzung mit den apokalyptischen Rastas auf Jamaika ist sehr “erleuchtend” gewesen.
Aber auch Du überraschst mich hier mit einer breiten Allgemeinbildung und einer Analyse der Amtkirchen bzw. der Person Jesus bzw. Christus, die ich nicht erwartet hätte.
So weit ich dies übersehe haben wir ähnliche Ansichten bzw. sind zu ähnlichen Folgerungen gekommen.
Eine weitere bzw. vertiefende Diskussion wäre interessant, aber dafür ist ein Blog ein absolut ungeeignetes Medium, zumal wir als “Laien” vielleicht oft das gleiche meinen, aber anderst nennen bzw. mit den selben Begriffen unterschiedliches meinen könnten - dies erschwert Diskussionen bzw. macht häufige, dabei schnelle Rückfragen zum Verständnis notwendig.
…wenn ich mal wieder nach Berlin kommen sollte, nun, ich glaube, daß wir sehr gut und lange angeregte Unterhaltungen führen könnten.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 5, 2008 @ on May 5, 2008 at 4:11 pm.
Apokalyptische Rastas? Die erwähntest Du schon einmal, aber wir behandelten das Thema nicht tiefergehend. Würde darüber natürlich gerne genaueres erfahren.
Religiöse Quellenforschung, bzw. philosophische Betrachtungen sind mein Steckenpferd und ich liebe dahingehende Gespräche. In die GeistesWelt fließt das eher weniger mit ein, da ich es ähnlich sehe wie Du: die Gefahr mißverstanden zu werden ist groß und für den, der mißversteht wäre damit ein Schaden entstanden. Ich trenne das also strikt von tagespolitischen Notizen, bzw. binde ich das im Reallive auch niemandem auf die Nase.
Berlin, das war mal, aber ich ziehe bald 4 Autostunden entfernt von Mannheim um. Da ließe sich vielleicht ein schönes Sommerwochenende arrangieren? Nebenbei wolltest Du mich ja sowieso noch zu einer Flasche Beaujolais Primeur einladen …
Neben dem Tagesordnungspunkt „Methoden der 68′er“ können wir dann auch dieses hier mitbehandeln. Gegen Dixie-Musik habe ich ja auch nichts.
Zurück aus dem Metaphysischen wollte ich noch einmal auf eine Stellungnahme der „konservativen, subversiven Aktion“ hinweisen, um das Leitthema zu komplementieren.
Comment by geisteswelt — May 5, 2008 @ on May 5, 2008 at 6:20 pm.
off: Ich melde mich zur Sache die Tage nochmal. Bin zur Zeit etwas überlastet. Sollte ich mich nicht melden, dann bitte erinnern, ich werde langsam (auch) alt.
Comment by Wilhelm Entenmann — May 6, 2008 @ on May 6, 2008 at 9:13 pm.