GeistesWelt

March 25, 2008

Links und Links!

Filed under: Gesellschaft

Die Psychologie des Linken ist schnell geschildert: egal, worum es geht: Amerika ist Schuld. Eine gewisse Abwechselung erhält dieses Schuldmotiv dadurch, dass man sagt Bush, der (Raubtier- oder je-nach-Laune-Präfix-)Kapitalismus, der „militärisch-industrielle Komplex“, die „Weltfinanz“ oder schlicht und klassisch: die Juden von der Ostküste wären Schuld. Das wird immer sehr leidenschaftlich vorgetragen, man fühlt sich ja schließlich als Opfer. Die Diskrepanz jedoch, einerseits einen „ausbeuterischen“ Kapitalismus zu geißeln, zum anderen wie selbstverständlich sich im Discounter den Wagen vollzupacken oder eine schön geheizte Wohnung zu haben, spüren die wenigsten.

Schlicht: der Linke ist in den meisten Fällen eine Zumutung. Dass eine Demokratie die denkbar schlechteste Regierungsform für ihn ist, weiß er anscheinend selber, denn er unternimmt alles, um sie zu überwinden. „Revolution“ nennt man das heute ein wenig theatralisch. Hatte der damals verhungernde Proletarier (hat nicht nur vom Wort her eine gewisse Verwandtschaft mit „Arier“) durchaus triftige Gründe das System ändern zu wollen, sind es heute Leute, die in der Wohlstandsgesellschaft scheitern, verkümmern und deshalb ins Irrationale flüchten, in denen ihrem Selbstwertgefühl kompensatorisch keine Grenzen gesetzt sind.

Oft ist es auch das Phänomen der Konsumgesellschaft hoffnungslos ergeben zu sein. Viele verarmen, weil sie Kredite aufnehmen, um zu konsumieren. Diese Schicksale sind dann die Opfer der linken Demagogen und obwohl unter dem Strich nach 10 Jahren PDS/WASAG-Herrschaft erheblich weniger für sie herumkäme machen sie ihr Kreuz aufgrund kurzfristiger Wahlversprechen dort. - Schuld ist dann einfach der, der den Kredit gewährt hat! So als wäre das Spielkasino daran Schuld, dass man sein Urlaubsgeld verzockt hat. Aber so ist die menschliche Psychologie eben.

Zusammenfassend sieht man es mal wieder: Link-Sein ist eben keine politische Einstellung, sondern eine Charakterschwäche, mehr nicht!

Aber Moment!? Alle Linken? Nein, eine kleine, ketzerische Sekte gibt es dort, die „Anti-Deutschen“! In kleinen, abgelegenen, konspirativen Wohnungen sitzen sie vor ihren Tastaturen und schreiben Texte wie diesen hier. Legendär werden sie im „Verfassungsschutzbericht“ als diejenigen beschrieben, die mit Israelfahnen auf linke Demonstrationen gehen (und damit immer häufiger riskieren, einen „aufs Maul zu bekommen“, wie man so sagt).

Ja der „Verfassungsschutz“ der Bundesrepublik „beobachtet“ die Antideutschen. Liegt ja auch eigentlich auf der Hand: Antideutsche sind gegen Deutschland, wie der Name ja schon sagt und allein deshalb muß man sie anscheinend bespitzeln. Aber so richtig kann ich das ja nicht glauben! Gemessen an anderen Gruppen lesen sich ihre Traktate ja wie frisches, klares Felsquellwasser! Antideutsche schreiben ein sehr gutes Schriftdeutsch und es macht wirklich Spaß sie zu Lesen. Wahrscheinlich wollen die Angestellten dieses „Bundesorganes“ während ihrer Arbeitszeit einfach mal was interessantes und gehaltvolles Lesen, als die üblichen links-rechts-islamo-faschistischen Elaborate („Hallo“ übrigens!)?

Es macht richtig Spaß diese Analyse zu lesen. Jeder Begriff ist fein säuberlich gefaßt und die Gedankenführung ist durch und durch logisch! Allein schon wegen der klaren Logik ist es lohnenswert das zu lesen, auch wenn ich die gesamte antideutsche Intention noch nicht klar überschaue. Was verstehen sie eigentlich darunter, was sie am Ende anstreben? Kapitalismus jetzt, um später den Kommunismus zu erzielen oder die totale individuelle Freiheit, wie bei den Libertären? Das weiss ich noch nicht, aber mal schauen …

3 Comments »

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  1. Ich selbst verspüre eine gewisse Zuneigung zu den Antideutschen, zu Leuten, die die abartigen Fehlentwicklungen mit dem militanten Islam bemerken und ihr Linkssein dabei aber nicht ablegen wollen.

    Da ich der Kollektivschuldthese zustimme und die Deutschen wegen schwacher ethischer Haltungen als prädestiniert für Verbrechen aller Art betrachte (allerdings in stark abgeschwächter Form, die heutigen Deutschen sind im internationalen Vergleich zumindest ausserordentlich harmlos :) kann man mit mir den Begriff “antideutsch” (man beachte die Metaphorik, der Deutsche ist hier eher ein Synonym) durchaus diskutieren.

    Allerdings bin ich auf höherer Ebene antideutsch, mir missfällt z.B. das Versagen der linken Deutschen (da dürfen auch bspw. Teile der Unionsparteien mit eingerechnet werden). Was ist bspw. von einem Joschka Fischer zu halten, der mit seinem Buch “Risiko Deutschland” 1994 neue geistige Tiefpunkte setzte und von einer Heterogenisierung und Zersetzung Deutschlands schwafelte? Um dann gewählt zu werden, LOL.

    U.a. die zahlreichen Ypsilantis in D belegen in ihrer Dummheit das “deutsche” zerstörerische Element.

    Comment by Sky — March 30, 2008 @ on March 30, 2008 at 1:48 pm.

  2. Erstaunlich, dass Du den Deutschen eine ethisch schwache Haltung attestierst. Meiner Ansicht ist das Grundübel, die Giftküche aus dem alles Schlimme (und so weiter und so fort) kommt: der deutsche Idealismus. Da gab es schon einmal eine Diskussion hier. Ein Vorredner von Dir brachte es auf folgenden erstaunlichen Einfall:

    Diese [in Deutschland stark dominante Gruppe] folgt ja bekanntlich dem Kantschen Kategorischen Imperativ und ist demzufolge der ersten bekannten These des Kollektivismus erlegen.

    Kant war sicher (das nehme ich an) kein schlechter Mensch und seine Philosophie hat dem Experten und Freak sicher das eine oder andere zu geben. Bloß kein normaler Mensch versteht das sonst noch. In Deutschland „kommt man um Kant nicht umher“. Er war einer der prägendsten Philosophen, weil er sich unheimlich wissenschaftlich anhört. Aber, wie gesagt, auch einige studierte Philosophen geben freimütig zu, dass viele Stellen von ihm eine gewisse begriffliche Dunkelheit auszeichnet. Die Deutschen glaubten ihm aber wegen des wissenschaftlichen Pathos. Sie glaubten ohne sich viel damit zu beschäftigen (zu können). Das ist dann Ideologie, wenn auch bei Kant noch sehr menschlich und nett. Aber er war der erste und andere folgten. Und das zeichnete deutsche Philosophie aus: der Glaube und der Idealismus. Führte dann zu 2 Weltkriegen und vielen Millionen Toten. Obrigkeitshörigkeit und ein gewisser Hang zum perfekt geplantem Ordnungswahn sind bis heute noch virulent vorhanden (siehe Klimahysterie), der Sozialismus wurde gedanklich ebenso in Deutschland ausgebrütet.

    Die Angelsachsen erfanden den Empirismus oder perfektionierten ihn zumindestens, weshalb die Deutschen sie wahrscheinlich auch nicht mögen, oder sagen wir es so: nie so richtig verstanden haben.

    Ja Joschka Fischer, traurige Gestalt! Um mal ein Zitat zu gebrauchen, was immer wieder auf ihn zu kommen wird:

    “Deutschland muß von außen eingehegt, und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi “verdünnt” werden.”

    Das war sein Pathos des Antibürgers. De facto hat er aber eine Außenpolitik betrieben wie in den ersten 30 Jahren des letzten Jahrhundert: Angriffskrieg gegen Jugoslawien, später dann Serbien. Hat sich für die Nachfolger vom Großmufti von Jerusalem diplomatisch eingesetzt, der schon von Hitler gehätschelt wurde und liebevoll im Antisemitismus aufgepäppelt worden ist. Mit Rußland wurden „Achsen“ geschmiedet und England und USA von der Agenda genommen. Insgesamt wurde die Außenpolitik unter dem Joschka wieder deutscher als unter vielen seinen Vorgängern nach 1945 und sein antideutsches Gerede war nicht mehr als Masche um zu gefallen.

    Na ja, mit dem „Urdeutschen“ bin ich auch nicht glücklich. Habe mir hier auch mal Gedanken darüber gemacht wie Patriotismus aus meiner Sicht in Deutschland überhaupt möglich sein kann.

    Meine Kritik am Deutschsein ist aber nicht explizit Kritik an den “Rechten”, die sich sehr häufig der Problematik ihrer eigenen Nation bewußt sind. Eigentlich sind es die “Linken”, die aufgrund ihrer ideologischen “Reinwaschung” häufig eine Art unbewußten, deutschen Doppelgänger erzeugen. Das kann sehr viel gefährlicher sein als eine bewußtes Deutschsein. Letzteres stellt schon ein realistisches Bewußtsein dar, schon aus dem einfachen Grund, keine andere Alternative zu haben. ;)

    Comment by geisteswelt — March 31, 2008 @ on March 31, 2008 at 8:40 pm.

  3. Ich war natürlich der Vorredner, nimm es mir bitte nicht übel wenn ich alle paar Jahre mal meinen Handle ändere, Konsequenz ist bekanntlich keine Tugend. :)

    Über die Rechten, die heutzutage m.E. keine Gefahr sind, will ich gar nicht diskutieren, die verachte ich, gefährlich sind in der Tat die Linken, der Islam und - nicht zu vergessen, ich gehe da anscheinend weiter als Wilders ;) - die Religionsträger.

    Fischer hat dann nach seinem schrecklichen Buch zumindest diskussionswürdige Politik gemacht, angeblich hat er heute sogar zum “Palästina-Konflikt” brauchbare Meinungen. Immerhin. Das Fischer-Buch und auch Leute wie Trittin oder Wieszorek-Zeul begründen für mich das Antideutschtum, davon gibts für meinen Geschmack zu viele, die kontrollieren die Medien und sie sind schon seit Jahrzehnten da.

    Die Sozialdemokraten um Schumacher und Brandt (um nur einige zu nennen) waren mit dem linken Mist heute noch Spitzenklasse.

    Comment by Sky — April 2, 2008 @ on April 2, 2008 at 9:18 pm.

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