Wie man sich gegen Politker wehren sollte?
Die Schweiz macht es vor: der Berner Sozialist Roland Näf hat den Media-Markt in Muri angezeigt, weil dort sogenannte Killer-Spiele verkauft werden. Als umgehende Konsequenz erhielt er vom Geschäftsführer Peter Schmid ein sofortiges Hausverbot.

Roland Näf ist im Media-Markt unerwünscht!
Wer kennt sie nicht diese Stalker, die stetes umherschleichen um der Obrigkeit Bericht zu erstatten? Einer von diesen Leuten scheint Roland Näf zu sein. Er hat gegen das Elektronikgeschäft Media-Markt Anzeige erstattet – weil dort das Videogame «Stranglehold» verkauft wird. In dem Spiel muss der Spieler auf Gegner schiessen. Damit verstösst das Game laut Näf gegen das Gesetz, das «das Darstellen grausamer Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Tiere» verbietet.
Näf ist gelernter Lehrer, bekennender Sozialist und die Denunziation ist für solche Menschen Ehrenpflicht. Mit dem zunehmenden Linksabrutsch in Europa wird es schwieriger sich gegen solche Leute zu wehren. Wo man früher mit Polizei und Hunden drohte, steht heute ein Regierungsfunktionär mit einer ganzen Rechtsabteilung vor einem. Näf ist Berner Grossrat und er fährt eine regelrechte Großkampagne gegen harmlose Videogames, die er als Quelle aller Gewalt auf Erden, - oder zumindestens in seinem Kanton Bern - ausgemacht haben will.
Diese hirnverbrannten “Volkspädagogen” kennt man eigentlich nur aus der Bundesrepublik, dessen Taschenspielertrick es ist unter dem Vorwand des Jugendschutzes Erwachsenen vorschreiben zu wollen, was diese in ihrer Freizeit zu tun oder zu lassen hätten! In Deutschland muß man sich damit abfinden, dass die Unterdrückung persönlicher Freiheiten unter dem Deckmantel einer “höheren Moral” in einer langen Tradition steht. Die Schweizer haben einen Unabhängigkeitskrieg gegen deutsche Hegemonie geführt, und sind mit Recht momentan als das freiste Land in Europa angesehen. Wie geht man dann mit den Feinden der Freiheit dort um?
«Der Geschäftsführer hat mir höchstpersönlich Hausverbot erteilt, nachdem mich ein Angestellter wohl erkannt hat», klagte Näf auf “www.20min.ch”. Recht so! Und bei Zuwiderhandeln erfolgt Anzeige und ein Nachmittag auf dem Polizeirevier!
Es wäre auch eine gute Idee deutschen Politikern ein flächendeckendes Hausverbot zu erteilen! Am besten mit großflächigen Anzeigen: “Beckstein, Merkel und 2x Beck - sind im Media-Mark unerwünscht!”? Warum macht das eigentlich keiner? Aus “Respekt” vor den Politikern und ihren “Leistungen” oder verliert dann die BRD ihre liberal erscheinende Verpackung?






Ich rufe zum Ignorieren von Herrn Näfs kruden Ideen auf. Folgende Argumente schlagen:
Näf trägt einen persönlichen Zwist aus auf dem Buckel der Kinder und Jugendlichen der ganzen Nation, die es sonst schon streng genug haben (Schule, Aufwachsen, Grossstadtmief usw.)
Sollte man nicht auch “Der Fremde” von Albert Camus verbieten, worin ein “Araber” erschossen wird, und dann
im zweiten Teil des Buchs genau dargelegt wird, weshalb dafür von der Hauptfigur keine Reue empfunden werden kann??? Da wird sogar
der Gefängnisgeistliche angeschrien, der von Schuld und Sühne usw. redet usw. Eine Handlung also, deren Protagonist total nihilistisch ist - und zugleich nicht unsympathisch. Weshalb erhöht dieses Werk die Mordrate nicht? Meine Meinung: Sein totaler Nihilismus zeigt ebensoviele Gründe für Mord auf, wie dagegen. - So ist es, meiner Meinung nach, beim existenzialistischen GTA4 noch mehr als bei konstruktivistisch-heroischen “Ich-rette-die-Welt”-Ballerspielen (Goldeneye 007, ColdWinter), deren Pathos aber auch von niemandem ernstgenommen wird, was sie wieder entschärft - Verbietenswert fände ich höchstens solche Spiele, die ganz eindeutig ideologisch sind (egal ob links oder rechts): “Under Ashes”, “Ethnic Cleansing”, “America’s Army” etc. (Diese werden gar nicht in Läden verkauft, sie finden keinen Vertrieb, oder
nur einen subkulturellen.) Um solche Werke aus den Läden zu entfernen hätte man schon ausreichende Gesetzesmittel, so, wie man z.B. Jan van Helsings Verschwörungsbuch beschlagnahmen konnte.
Wer hingegen aus einem frei erhältlichen, nichtideologischen, künstlerischen oder kommerziellen Werk eine Handlung ableitet, die er nachmachen müsse, hat so oder so einen Dachschaden, und könnte genausogut von der Lawinenwarnung angeregt werden, abseits der Piste Schneebrett zu fahren.
Spielen ist nicht Töten, sondern ein blosser Reaktionstest, eine Herausforderung - wie Flippern! Man muss in kürzester Zeit
spielentscheidende Beschlüsse fassen (nicht wie ein Politiker), und auch noch selber umsetzen: Man muss z.B. die Lage beurteilen, Will man Scharfschütze auf dem Dach bleiben, oder ist die Lage so, dass man besser ins Getümmel geht, um mit der SchroFli zu trumpfen? usw.
Bei so vielen Entscheidungen hätte man nicht einmal mehr Zeit, die Gewalt so genüsslich auszukosten, wie der Rundschaubericht es tat.
Weil es eine bessere Lösung als generelle Verbote gibt. Ich schlage Herrn Näf vor, die den DVDs und CDs immanenten fehlbaren Ganoven in den Bostadel zu überführen.
Ich denke, selbst bei Postal2, zu keiner Zeit: “Voilà, Morde begehe ich.” — Im Radio kommen ja auch viele Schlager, allesamt von der “Liebe” handelnd; Beim Hören denkt aber keiner bildlich an Geschlechtsverkehr… Ausser man WILL selber dran denken - wofür aber DRS1 nicht haftbar gemacht werden kann!
Laut dem Schriftsteller L.Reichlin ist ein Neobünzli, wer gegen Videospiele wettert, wie die Urbünzlis einst gegen “Affenmusik”. Meine Ergänzung: Da dies schwarze Musik ist, oder von Schwarzen inspiriert, ist dies heute übler Rassismus und (zum Glück) nicht mehr toleriert. Ich prophezeie: Polemik gegen Spiele wird in Zukunft “Realismus” heissen, das Symptom einer bewusstseinsbeschränkenden Krankheit.
Vor dem Spielen von Postal 2 erscheint bekanntlich eine interessante Warnung: “contains content and materials not recommended for children and/or those seeking to enhance or establish political careers.”
Comment by LUC TONNERE — June 2, 2008 @ on June 2, 2008 at 9:20 am.