Morgen beginnt Ostern, - das höchste Fest der Christen (1). Papst Benedikt der 16. änderte den Text der Karfreitagsfürbitte. Jetzt bahnt sich ein christlich/jüdischer Eklat an.
Der deutsche Papst Josef Ratzinger, genannt Benedikt der 16., läßt in der eigens ersonnenen Karfreitagsfürbitte folgendes beten:
„Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.“
Eigentlich für einen Christen doch normal, da er normalerweise für alles und jeden betet, dass er Christus (wie er) erkenne? Die öffentlichen Medienberichte schäumen aber über vor erregtem Geifer! Ein Rabbi Walter Homolka aus Berlin warf dem deutschen Papst vor: “Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft stehen schlagartig vor einer Zerreißprobe wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.” Schon jetzt sei das Internet “voll von Kommentaren rechtskonservativer Katholiken, die sagten: “Wunderbar, jetzt haben wir endlich das Signal, Juden zu missionieren.”
Ich denke der Begriff “rechtskonservativer Katholik” ist doch hier ein wenig zu tendenziös und in der schwer unter dem Rechts/Linksdogmatismus leidenen Bundesrepublik schon fast diffamierend aufzufassen! Natürlich kommt jetzt der obligatorische Verweis auf das 3. Reich: Angesichts der “Schuld, die die katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat”, sei die Form der lateinischen Karfreitagsfürbitte “völlig unangemessen”.
Klar wie die Medien reagieren, “Juden wie Katholiken” wären über das geplante Gebet “empört”, so wie “Fokus” mal wieder meint. Natürlich gespickt mit einem Verweis auf einen Artikel mit der dramatischen Überschrift “Papst verliert Rückhalt”! In der Einführung wird ordentlich nachgelegt “Die Deutschen sind unzufrieden mit Papst Benedikt XVI”, um dann schon mehr als in der Lächerlichkeit weiterzumachen: Besonders schlecht schnitt der Papst bei Konfessionslosen ab. Nur 30 Prozent waren mit seiner Arbeit zufrieden, 18 Prozent unzufrieden.
Aber immerhin 30 Prozent der Konfessionslosen waren mit Ratzinger als Papst zufrieden und lächerliche 18 Prozent unzufrieden! Nebenher ist es eigentlich ja auch egal, was Konfessionslose über einen katholischen Papst meinen. Treffenderweise waren sich nach dieser Studie auch die meisten Konfessionslosen darüber im Klaren. Denn mehr als 50% hatten wohl keine Meinung über den Papst oder wollten sie nicht äußern.
Aber die Tendenz in der Tagesberichterstattung ist klar: Ratzinger hat da wohl an einem Tabu gekratzt und soll nun “bestraft” werden. Der Fairness halber muß gesagt werden, dass dieses Karfreitagsgebet wirklich rhetorisch “verschärft” oder “präzisiert” worden ist. Denn in einer vorherigen Version lautete die Bitte zu Karfreitag:
„Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will…“
In vorherigen Versionen war nämlich auch die Rede von „Verblendung“ und „treulosen Juden“, bis dies Papst Paul VI. 1970 mit obigen Gebet änderte. In Ratzingers Version wird jedoch explizit auf Christus bezug genommen, der -in seiner christlichen Gestalt Jesus- für viele Juden nicht akzeptabel ist. Aber gerade ER stellt eben den Bezugspunkt des christlichen Glaubens dar! Warum sollte man IHN dann zu SEINEM Fest verleugnen oder dezent verschweigen wollen? So wie vielleicht Weihnachten die Geburt eines muslimischen Propheten sein wird und Ostern … irgendetwas mit Hasen, die bemalte Eier bringen?
Ich finde es da schon vernünftiger klar zu sagen was man denkt, würde aber noch die Fürbitte in wie folgt ergänzen:
„Lasst uns auch beten für die Juden und Muslime, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.”
Sicher würde dann der Vorfall nicht nur für Sturm in Wasserglas der deutschen Einheitspresse taugen, sondern … irgendetwas … würde brennen! Wahrscheinlich wäre dann der Papst für die, die sich immer die Zeitungsartikel ausdenken, ein richtiger Nazi… obwohl er nur verlauten läßt, was auch Inhalt oder eben der Inhalt des Neuen Testaments ist. Verrückte Zeiten?
(1) Für alle die sonst meinen, das höchste Fest der Christenheit wäre Weihnachten.