Wolfgang Clement redet Klartext!
In der unsäglichen Debatte über Steuerflüchtlinge aus Deutschland gab es in den öffentlich kontrollierten Medien der BRD kaum einen brauchbaren Kommentar. Vieles war Hetze und appellierte an die untersten Instinkte der Volksgenossen, die dann auch folgsam im üblichen Kadavergehorsam ihr Loblied auf die Hochsteueroase Deutschland anstimmten, Andersdenkende im gleichen Atemzug als “Volkszersetzer” herabsetzten. Ja die alten Verhaltensmuster sitzen tief, sehr tief! Wolfgang Clement jedoch zeigt anschaulich, dass bei einem Politiker die Abwesenheit von politischen Ämtern meistens zu einer Erweiterung des Horizontes führt und eigene Gedanken zuläßt.
In der Debatte über die Steuerhinterziehung über Liechtensteiner Stiftungen gebe es “ein ärgerliches Maulheldentum”, sagte er der Zeitung “Die Welt” in einem am Freitag, zwei Tage vor der Hamburg-Wahl veröffentlichten Interview. “Ich kann meine Parteifreunde nur davor warnen, die falschen Feindbilder aufzubauen und zu pflegen.” Die SPD will mit einem Parteiordnungsverfahren auf die anhaltende Kritik reagieren. Die Wirtschaft dürfe nicht insgesamt unter Verdacht gestellt werden, mahnte Clement. “Wenn von den ‘neuen Asozialen’ in der Industrie gesprochen wird oder vom ‘Abschaum der Menschheit’, da fragt man sich schon, ob diejenigen, die solche Begriffe gebrauchen, überhaupt die geringste Ahnung haben, was sie da tun und welche Geister sie wecken”, sagte er. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hatte Steuerhinterzieher die “neuen Asozialen der Gesellschaft” genannt. (Quelle: Reuters)
Vielleicht schmeißen die Sozialdemokraten auch bald “endlich” Helmut Schmidt aus der Partei? Schmidt stach ebenfalls mit bemerkenswerten Kommentaren aus der üblichen Monokultur der “politischen Gewächse” ab. Clement kann es egal sein. Er will ja keinen Job mehr, da ist er drüber hinweg. Er kann nichts verlieren, die SPD sich nur lächerlich machen.
Nebenher: findet sich in seinem neusten Interview auch ein wenig Islamkritik. Zitat: Wenn ich durch bestimmte Regionen und Städte des Ruhrgebiets wandere, da sehe ich, wie die Gesellschaft auseinanderdriftet. Das darf nicht sein. Wir müssen darauf achten, dass die moralischen Maßstäbe tatsächlich gelten und auch angelegt werden. […] Ich möchte sie einfach die christlich-abendländischen und die der Aufklärung nennen. Es ist einfach so, dass diese Werte heute nicht mehr hinreichend beachtet, oft geradezu mit Füßen getreten werden.





