Türkisch zweierlei Maß!
Zur Zeit werden in türkischen Massenmedien Räuberpistolen a la “Deutsche brennen Türkenhaus nieder” - man muß schon sagen - zelebriert. Kommentieren möchte ich das nicht, könnte ich wahrscheinlich nur mit wenigen Schimpfworten. Aber eines fällt auf:
Tilman Zülch von der Gesellschaft für bedrohte Völker erinnerte unter anderem an die Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar 2007 in Istanbul und der drei Christen Tilmann Geske, Necati Aydin und Ugur Yuksel am 18. April 2007 in Malatya. Weder Erdogan noch ein anderer hochrangiger Regierungspolitiker seien an den Tatorten erschienen, um ihrer Bestürzung Ausdruck zu geben.
Schlimmer noch weder der “Führer der Türkei” zeigte Interesse an den unglaublichen Verbrechen in der Türkei, sondern auch die dortige Justiz. Das Magazin “factum” resümiert den Stand des Verfahrens in Malatya, bei dem es auch um einen bestialischen Mord an dem Deutschen Tilmann Geske geht folgendermaßen: Die Hintermänner der Bluttat werden gedeckt, das Gericht verschleppt die Ermittlungen. Die Opfer und ihr Umfeld werden kriminalisiert.
Von deutscher Seite kein Aufschrei, kein Protest! Wobei doch die Steinmeiers dieser Republik sonst immer so viel zu sagen haben? Man verteidigt sich kleinlaut dafür, ob es wirklich viel zu spät sein könnte, wenn die Feuerwehr nach 2 Minuten “erst” am Brandort gewesen wäre. Man zeigt sich ungerührt, wenn Deutsche als Ganzes in der Türkei wegen eines ungeklärten Feuers verhöhnt und beleidigt werden.
Die ganze psychologische Dramaturgie der vielen deutschfeindlichen Übergriffe türkischer Jugendlicher, die tagtäglich passieren, läuft auch hier auf staatlicher Ebene ab. Man kann die Türkei auf “Ehre und Respekt” reduzieren, ohne diesen Begriffen inhaltlich viel zuordnen zu können. Das “Hast du’n Problem?” kann man deshalb nicht beantworten, weil es diesem Begriffspaar zuwiderlaufen und dies das “Problem” nur verschärfen würde.





