Staatlicher Islamunterricht ohne Muslime?
Staatlicher Islamunterricht für Schulpflichtige wird in der öffentlichen Diskussion als “Allheilmittel” gepriesen. Einmal um Verständnis für die -anscheinend- mißverstandene Religion Islam zu wecken, zum anderen um heranwachsene Muslime selber mit dem in Europa gängigen Klischee vom “moderaten” Islam zu erreichen.
Wie sieht aber die Realität aus? In österreichischen Linz gibt es einen seperaten Unterricht für Muslime und/oder Interessierte. “Nachrichten.at” berichtet jetzt, dass
landesweit wurden im Herbst 2007 1468 Abmeldungen von Katholiken, 266 von Protestanten, 4895 von Moslems und 599 von Andersgläubigen registriert.
Muslime scheinen diese Veranstaltungen nicht sonderlich zu interessieren. Die Gründe für diesen Umstand seien laut “nachrichten.at” “vielfältig”, so werden zuerst typische Argumente dafür gebracht, was aus sozialdemokratisierter Sicht die Welt so schlecht sein läßt - es wird zuwenig fremdes Geld in diese Veranstaltungen gepumpt, Wortlaut:
So müssen die Lehrer wegen des Personalmangels an vielen Schulen unterrichten, wodurch die Stunden oft in für Schüler ungünstige Zeiten fallen.
Also sind -mal hier- die Österreicher zunächst selber Schuld, weil sie nicht genügend Lehrer beschäftigen. Zum anderen kann man sich nicht wirklich vorstellen, dass man deshalb einen Stundenplan mit Überschneidungen erhält. Fragt sich auch was “für Schüler ungünstige Zeiten” bedeutet? 8 Uhr morgens? Also das ist alles sehr nebulös. Aber “nachrichten.at” wird dann auch ein wenig konkreter:
Dann passen wegen der verschiedenen Interpretationen des Islam oft die Vorstellungen der Eltern und der Lehrer nicht zusammen – so etwa zwischen Moslems aus der Türkei oder aus arabischen Ländern.
Also die Art des Islamunterrichts wird als “unislamisch” angesehen, wo es eigentlich nicht klar formuliert wird, ob die unterschiedlichen Vorstellungen von Türken und Arabern einen Unterricht verhindert, oder ein generelles Mißverständnis zwischen Lehrern und Jungmuslimen?
Und schließlich wird auch ein Teil der Kinder in der Freizeit privat von Lehrern des Vertrauens in Religion unterrichtet.
Wo die Jugendlichen wieder bei den Scharfmachern wären, von denen man sie eigentlich wegholen wollte.
Wahrscheinlich wird sich der Diskurs jetzt darauf beschränken mehr Geld für “Islamkunde” an Schulen zu fordern. Wenn schon nicht Muslime an diesen Unterricht interessiert sind, dann wahrscheinlich Einheimische, denen schon erfolgreicher das Modell von der “moderaten Religion” eingehämmert worden ist…





