GeistesWelt

September 25, 2007

SPON und die Migranten-Schwulenhasser

Filed under: Gesellschaft, Gesundheit

Julia Becker bemerkt heute in einem aktuellen Artikel bei “Spiegel-Online” (Titel: “Einwandererkinder sind besonders schwulenfeindlich”): Das Ergebnis einer neuen Studie ist eindeutig: Einwandererjugendliche lehnen homosexuelle Lebensweisen öfter ab als gleichaltrige Deutsche. Im Detail rechnet die Studie vor, dass auf einer Skala von null (=schwache Homophobie) bis vier (=starke Homophobie) eine durchschnittliche Homosexuellenfeindlichkeit bei deutschen Jugendlichen von 0,96 vorliegt. Bei Migrantenkindern aus der UdSSR liegt dieser Wert bereits bei 1,82, bei Jugendlichen mit türkischen Wurzeln sogar bei 2,08. Wobei Jugendliche aus türkisch geprägtem Milieu auch an der Spitze der Homophobieskala zu finden sind, wobei ebenfalls durch alle ethnische Vergleichsgruppen männliche Jugendliche überproportional Homosexualität verwerflicher finden als weibliche. Ebenso wird ausgesprochen, dass der Grad der Religiösität der muslimischen Vergleichsgruppe proportional mit der Homophobie ansteigt.

Manchmal überrascht mich SPON, denn solche Wahrheiten verlieren sich häufig im Schatten der Political Correctness, auch wenn es logisch und jedem einleuchtend sein müßte, dass in Gesellschaften, in denen ein bestimmtes Männlichkeitideal den Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes eingeprügelt (1) und Schwulen laut Scharia häufig kein Existenzrecht (deutlicher: Lebensrecht) eingeräumt wird. Sollte es jetzt langsam auch Multi-Kulti-Schwärmern die Lichter aufgehen, dass nicht unsere Gesellschaft durch Import von “edlen Wilden” toleranter wird, sondern eher die Intoleranz der “edlen Wilden” wieder in unseren Gefilden endemisch wird?

Bei Schwulenhassern muß ich immer daran denken, dass man nur mit Leib und Seele das hassen kann, was man selber in sich trägt und auch schon Siegmund Freud bei vielen seiner Analysen auffiel, dass Schwulenhaß häufig bei Leuten mit latenter Homosexualität auftritt, so häufig, dass Freud aus diesem Zusammenhang eine Arbeitshypothese entwickelte…. :) Bei Circakosten von 30.000 Euro pro Analyse ist es aber eine Unmöglichkeit jedem der Migranten-Schwulenhassern eine Psychoanalyse zukommen zu lassen… Dazu müßte auch eine Analysefähigkeit bestehen (2) und vielleicht würden das auch kaum Therapeuten freiwillig machen wollen?

(1) Würde man Kindesmißhandlungen nach Ethnie getrennt betrachten, dann kämen ähnliche politisch inkorrekte Ergebnisse zu Tage.
(2) Bereitschaft zum einen, zum anderen auch Reflektionsfähigkeit

2 Comments »

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  1. Freud ist doof!

    “…dass man nur mit Leib und Seele das hassen kann, was man selber in sich trägt und auch schon Siegmund Freud bei vielen seiner Analysen auffiel, dass Schwulenhaß häufig bei Leuten mit latenter Homosexualität auftritt,…”

    und wird, eben wegen solcher Volkspsychologie (z.B. “Man bekämpft, was man selbst in sich verachtet.”), unter uns Psychologen nicht unbedingt als Psychologe geachtet.

    Folge ich der Logik dieser Freudschen Arbeitshypothese (”Man bekämpft, was man selbst in sich verachtet.”), so wäre jede/r Gegner/in des Islam, jede/r so genannte/r “Islamophobe” insgeheim selbst ein Muslim.

    Im ganzen aber stimme ich Dir zu, der verlogene Traum von Multikulti verkehrt sich ins Gegenteil.

    Comment by Wilhelm Entenmann — September 26, 2007 @ on September 26, 2007 at 6:27 am.

  2. Na ja, ich glaube nicht, dass Freud eine “Volkspsychologie” geprägt hat, wie vielleicht CG Jung in manchen Kreisen. Gerade “das Volk” verhält sich sehr aggressiv gegen seine Thesen und eine latente Homosexualität oder einen Ödipuskomplex kann ein Betroffener niemals ohne heftige Gegenreaktionen einfach so akzeptieren (gerade wie die oben ironisch angeführten “migrantischen” Analysanten) und dann als Volkspsychologie verbrämen.

    Freud ist Analytiker, der damals Vortreffliches geleistet hat, nicht nur für die Psychologie, sondern auch kulturell und viele Werke von ihm gehören für mich einfach zum Standard, die man gelesen haben sollte und es macht -für mich Spaß- ihm zu folgen.

    Ich weiß, dass Psychologen ihn heute kritisch sehen, ich kann es aber nur in bezug auf seine “Schule” akzeptieren, die nach Freuds Tod eine Religion aus seinen Werken gemacht hat, aber in der Primärliteratur von ihm persönlich sehe ich den “analytischen Geist der Freiheit” wirken.

    In bezug auf die Islamophobie muß man sich fragen, warum man gerade sich dieses Themengebiet ausgesucht hat. Man könnte auch Umweltaktivist sein oder gegen Abtreibung oder Tierversuche? Alles Themen, die wichtig zu sein scheinen und wer sagt, dass der Islam doch nicht Europa zerstören oder vielen Leuen das Leben kosten wird, sondern ein GAU in irgendeinem Atomkraftwerk oder ein nuklearer Krieg zwischen Rußland und den USA? Jetzt denke ich, dass bestimmte Phobiker egal ob es jetzt Tierrechtsaktivisten oder Islamgegner sind sich ihr Angstszenario so aussuchen, dass sie selbst eigene Defizite oder geheime Gewaltphantasien damit “gutmachen” können. Der Mensch, der sich übergewöhnlich für das Wohl von Tieren einsetzt sublimiert damit einen latenten Sadismus gegen Tiere, der Anti-Islamist zB seine eigenen destruktiven Impulse.

    Als Studienobjekte muß man in die Kommentarbereiche einschlägiger Blogs gehen und sich die Kommentare unter diesem Gesichtspunkt durchlesen und es fällt auf, dass Islamophobiker ein ähnliches statisches Weltbild wie Islamisten haben und ähnlich ignorant andere Weltbildentwürfe pauschal ablehnen.

    Ich mache solche Gedankenspiele, um nicht selber allzusehr den kollektiven Dynamiken zum Opfer zu fallen und es ist nicht gesagt eine grundsätzliche kritische Sicht auf den Islam wäre pathologisch oder ein Mitgefühl zur tieren Kreatur, aber immer wenn es sehr einseitig und monoton wird, dann sollte man den alten Freud schon mal aus der Mottenkiste holen…

    Comment by geisteswelt — September 26, 2007 @ on September 26, 2007 at 2:12 pm.

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