GeistesWelt

September 19, 2007

Gabriele Pauli, jetzt kommen die Inhalte!

Filed under: Bayern

Das sonst eher seriös und nüchtern erscheinende “Handelsblatt” titelte heute in bezug auf Gabriele Paulis Kampf um den Vorsitz in der bayrischen CSU: „Völlig absurd“, „indiskutabel“, „Irrenhaus“! Pauli hatte zuvor in einem Münchener Bierkeller ihr - wie sie versicherte - in allen Punkten selbst geschriebenes Programm vorgestellt, unter anderem:

“Für mich ist eine Ehe nicht dazu da, Sicherheit zu bieten, sondern die Liebe zwischen zwei Menschen zu dokumentieren”. “Ehen sollen nach sieben Jahren auslaufen”, sagte Pauli - natürlich mit der Möglichkeit, sie verlängern zu können. Danach könnten die Partner zu einer Verlängerung um einen bestimmten Zeitraum aktiv Ja sagen, schlug sie vor. “Es kann also auch lebenslange Ehen geben.” Durch Ehen auf Zeit könnten Scheidungskosten gespart werden.

Ach so ist das! Wäre es so, dass nach 7 Jahren auch die Alimentierungspflicht des/der Ex-Mannes/Frau ausläuft könnten viele diesem Vorschlag vielleicht real etwas vielversprechendes abgewinnen. - Fragt sich, ob unter diesem Klientel das typische CSU-Mitglied zu finden wäre, zumindestens würde es sich sicher nicht öffentlich dazu outen. Auch wenn man Pauli nie gemocht hat, so ist es mittlerweile schmerzlich zu sehen, wie diese Frau sich lächerlich macht und anscheinend keinen hat, der sie politisch berät. Besonders fällt auf, dass Presse wie “der Stern”, die Pauli zuerst gegen Stoiber - in einem über die Norm erscheinendem Maß hinaus- ins Rampenlicht hofiert haben die Dame wie eine heiße Katoffel fallen lassen:

Beginnen wir philosophisch, weil das alles schon tiefe Einblicke in die menschliche Seele gewährt, was sich da heute in München zutrug. Es gibt also, philosophisch betrachtet, Menschen, die geraten plötzlich ins Scheinwerferlicht. Sie erscheinen auf der ganz großen Bühne. Frisch. Unverbraucht. Das Publikum giert nach ihnen, weil sie etwas Unbekanntes zeigen. Es lechzt nach den neuen Helden. Von der Begeisterung aufgeputscht wachsen die über sich hinaus, getragen vom euphorischen Geklatsche der Massen. Man will nur noch sie sehen, hören, begaffen. Die alten Helden, sie werden gefeuert oder in den Hintergrund gedrängt. Erst nach einer Weile, nach der dritten, der vierten, der vierzigsten oder der vierhundertsten Aufführung der neuen Helden zeigt sich, was sie wirklich können, ob ihr Können, ihr Glamour, Farce ist oder echte Fähigkeit.

Ja der “Stern” lechzt noch frischem Blut und Pauli scheint ausgequetscht und ihre Überreste finden im Boulevard einen letzten, kläglichen Nachhall… Nicht ohne die befriedigten Schmährufen ihrer einstigen medialen Förderer.

2 Comments »

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  1. Im Prinzip ein legitimer Vorschlag, auch aus bio-chemischer (Hormone) und juristischer Perspektive betrachtet, ohne jetzt beides näher ausführen zu wollen.
    Ebenso nicht ausführenswert eine Diskussion über den, im Prinzip diskutierbaren Vorschlag.

    Vor allem die Diskussion würde den Zweck erfüllen, um welchen es in diesem, im Prinzip diskutierbaren Vorschlag meiner Meinung nach geht:
    Frau Pauli mit den Latexärmelschonern.

    Politisch ist sie draußen und ich denke, daß sie dies auch weiß.
    In knapp zwei Wochen ist Parteitag und bis Weihnachten könnte man vielleicht noch ein Buch auf den Markt werfen.
    Nach den Büchern von Frau Herman vielleicht der Titel:
    “Das Domina-Prinzip - Die siebenschwänzige Peitsche einer Frau”

    Einfach cool drüberstehen.
    Pauli und Medien, das ist wie eine symbiotische Selbstdarstellung, “together we stand, divided we fall.”

    PS: Im Prinzip ist der Vorschlag diskutierbar.
    Aber erst nach der medialen Ära von Frau Pauli. ;-)

    Comment by Wilhelm Entenmann — September 19, 2007 @ on September 19, 2007 at 10:20 pm.

  2. Ich weiß gar nicht worauf der Vorschlag abzielt. Fakt ist, dass A) Ehen in Deutschland wie wild geschieden werden, auch ohne ein “Verfallsdatum” und die einzige Frage ist B) die überproportionale finanzielle Belastung eines Partners zum Nutzen des anderen. Zu A) ändert er nicht viel, die Zahl der “verfallenen” Ehen wurde die Scheidungsquote nur kosmetisch senken und an B) wagt er sich nicht ran, weil er bestimmt nicht Klientelpolitik für Männer machen will… Also alles nur Süßholzgeraspel ohne Hand oder Fuß.

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob Pauli genau weiß, was sie tut, es kommt mir eher wie “nach Aufmerksamkeit heischen” vor. Würde mich nicht wundern, wenn sie -wie ein ausgebrannter Filmstar- eines Tages an den Drogen kaputt geht oder vorher “die Notbremse” zieht und ein tragisches Ende nimmt. Den Toren bringt der Eifer um… und manch einen anderen der Presserummel, der über Nacht einen Nobody zu einem Star machen wollte, um ihn gegen Stoiber zu instrumentalisieren… Wir werden sehen…

    Comment by geisteswelt — September 20, 2007 @ on September 20, 2007 at 7:28 pm.

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