Trockennasenaffen im Mechanismus der Political Correctness

Trockennasenaffe auf der Lauer
Stefan Schmitt berichtet uns heute im “Spiegel” (Hervorhebungen durch mich):
Der Ort Nachu in Zentralkenia erfährt diesen Sommer eine Heimsuchung. Sie hat nicht unbedingt biblische Ausmaße, sondern ist höchst profan und irgendwie auch anzüglich: Entblößte Geschlechtsteile, Lärm und Spott, angeblich sogar Brustgrabschen - keinem Menschen würde man solch martialisches Machoverhalten nachsehen.
Die Übeltäter sind aber eben keine Menschen sondern Trockennasenaffen der Gattung Chlorocebus, grüne Meerkatzen also, die vor allem, wenn sie nicht einheimischen Frauen hinterherstellen, die Felder der Bauern leerfressen. Die Krawallaffen sind natürlich eine gute Story, auch für die besonders politisch korrekte BBC:
Ein Mangel an guten Manieren hingegen wirkte Wunder: Heute berichtet die BBC auf ihrer Website über “Monkey misery for Kenyan women villagers” - die Meerkatzen-Misere der kenianischen Bäuerinnen. “Die Affen grabschen nach den Brüsten und gestikulieren in unsere Richtung, während sie auf ihre besten Teile zeigen”, sagte Lucy Njeri, eine Einwohnerin von Nachu, der BBC.
Der “Spiegel” bemerkt hierzu gewohnt lakonisch und in dreister Ignoranz zu den Recherchen der BBC: ob der Eindruck, dass die Tiere sich ihnen gegenüber besonders schamlos zeigten, irgendeine Grundlage jenseits subjektiver Interpretationen hat, bleibt jedoch offen. Vielleicht sind es auch nicht die “überwiegende Mehrzahl der Affen”, sondern “Einzeltäter”, obwohl auch der “Spiegel” bemerkt, dass vor allem männliche Affen mit obszönen Verhalten auffallen? Von einem Generalverdacht darf man pauschal sicher nicht sprechen, und auch die Politk in Kenia zeigt sich derweil unentschlossen:
Anfang August, so berichtet nun die BBC, habe [der kenianische Parlamentsabgeordnete] Muite seine Forderung [die Affenpopulation von Rangern einschränken zu lassen] im Parlament wiederholt. Doch im Plenum habe er für die Schilderung des Affen-Gebarens Gelächter geerntet.
Nicht nur Gelächter erntete Muite, man ahnt es bereits: es ist verboten diesen Kravallaffen auch nur ein Haar zu krümmen! Ein entsprechender Begriff z.B. “Primatophobie” oder “Chlorocebophobie” wurde aber bisher noch nicht ersonnen, um Kritiker in großen Teilen zum Schweigen zu bringen. Wahrscheinlich dauert es noch, bis bestimmte Leute die Affenhorden als (schützenswerte) “unterdrückte Minderheit” in ihr übergroßes Herz schließen… Vielleicht wollen sie einfach nur -wie Eisbär Knut- auf ihre Art auf den ungeheuren Klimawandel aufmerksam machen? Sicher sind auch sie nur Opfer nicht Täter, man darf gespannt sein, was diesen Experten diesmal dazu einfallen wird.





