GeistesWelt

July 24, 2007

Deutsche Ökorassisten!

Filed under: Gesundheit

Seehofer (CSU) hat neben seiner jungen Freundin in Berlin auch nebenbei das Amt des Landwirtschafts- und Verbraucherministers inne. Was ein “Verbraucherminister” in einem Land mit einer freien Wirtschaft zu suchen hat sei jetzt mal dahin gestellt. Beschäftigen will ich mich mal mit den neusten Ausgüssen aus seinem Ministerium:

So muss künftig zwischen Gen-Mais und konventionellen Mais-Anbau ein Mindestabstand von 150 Metern eingehalten werden. Zum Öko-Landbau muss dieser Sicherheitsabstand sogar 300 Meter betragen. Regeln für Raps und Kartoffeln sollen folgen.

Das ist doch Rassismus und diskriminierend! Genmais, der auch extra gekennzeichnet werden muß, hat Distanz zu halten zu A) “normalem Mais” und B) noch mehr Distanz zu “Ökomais”, der wahrscheinlich in Deutschland den semantischen Unterbau des “Arischen” zu bekommen und so als besonders “rein” und “edel” zu gelten scheint. Abseits der Polemik würde mich mal ernsthaft interessieren, was sogenannte “Schadensfälle” durch Auskreuzung von Genmais sein sollen? Dass Ernten so vernichtet werden glaube ich beim besten Willen nicht, allenfalls könnten patentrechtliche Gründe den Bauern hindern seinen “normalen” Mais zu verkaufen, wenn patentiertes Erbgut hineingekreuzt würde. Aber wär es da nicht sinnvoller ein vernünftigeres Patentrecht zu beschliessen, der den Patentinhaber eben nicht gegen ungewollte Auskreuzung schützt, statt den Genmaisbauern die Schadenssumme aufzubürgen? Das ist eigentlich die Frage, die politisch gelöst werden müßte, statt den Bürger mit naturromantischen Aktionismus einzulullen und ihm so die teuren “Ökoprodukte” aufzudrängen, weil ja “Gene” schädlich sein sollen, wenn man der Berichterstattung der deutschen Presse folgerichtig zu folgen gewillt ist. Quelle

1 Comment »

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  1. Freie Wirtschaft in Deutschland? Toller Witz! Gemaess dem Grundgesetz hat Deutschland eine soziale (sozialistische) Marktwirtschaft. Gerade in der Landwirtschaft sind alle Preise und Produktionsmengen festgelegt. Von freier Wirtschaft kann da ueberhaupt keine Rede sein.

    Genmais: Die ganze Hysterie ist laecherlich. Ob man nun wartet bis die Natur die Eigenschaften einer Pflanze veraendert (Evolution), eine neue Pflanze zuechtet oder diese Aenderungen im Labor vornimmt (Gentechnik), am Ende kommt es auf dasselbe heraus - eine neue Pflanzensorte, die gegenueber der alten Sorte Vorteile aufweist (z.B. erhoete Widerstandsfaehigkeit gegen Wetterbedingungen und Ungeziefer oder Erhoehung der Ertragsfaehigkeit). Seit Anbeginn des Ackerbaus verfolgt die Menschheit diese Ziele. Klar, die Hysteriker machen sich in die Hose und die Oekofaschisten wittern das grosse Geschaeft. Tatsache ist, dass Oekoprodukte nicht besser sein muessen, als andere Naturprodukte. Wahrscheinlch ist eher das Gegenteil der Fall (z.B. sind Treibhauspflanzen nicht vom umweltbelastetem Regenwasser betroffen).

    Rechtslage: Selbstverstaendlich sorgen bereits bestehende Gesetze dafuer, dass nur derjenige, der Genmais anpflanzt, gegenueber dem Patentrechtsinhaber verpflichtet ist. Die Thematik ist ja nicht neu und seit Jahrzehnten wird patentrechtlich geschuetztes Saatgut in der Landwirtschaft verwendet. Ob es sich dabei um gentechnisch veraendertes oder durch herkoemmliche Zuechtungsmethoden entstandenes Saatgut handelt, spielt dabei keine Rolle. Aussaeungen hat es schon immer gegeben.

    Comment by Blog-Kommentar — July 26, 2007 @ on July 26, 2007 at 12:18 am.

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