Technosexuell mit Calvin-Klein, ist product placement in Blogs haram?
Wer sich über soetwas aufregt, der hat wirklich viel Zeit sich aufzuregen, ist vielleicht knapp bei Kasse oder beides:
So hat der Düsseldorfer Journalist Mario Sixtus in seinem Weblog fünf Kommentare gefunden, die für die Kampagne von Calvin Klein warben […] „Die haben sich dabei so blöd angestellt, dass sie jetzt zahlen sollen“, sagt Sixtus, der inzwischen auf seiner Webseite eine Rechnung veröffentlicht hat: Insgesamt 12 000 Euro plus Mehrwertsteuer will Sixtus von der Frankfurter Internetagentur für die unerwünschte Werbung kassieren. […] Auch das Weblog blogbar.de greift [wie nicht anders zu erwarten] durch – und stellte dem Unternehmen 3500 Euro in Rechnung.
Calvin Klein hielt Blogger wohl für jung, sexuell aktiv und konsumfreudig als es eine Blogkampagne für sein neues Parfüm “Calvin Klein IN2U” (sprich: “into you”) anfing, aber völlig falsch: Alt-68′er, sexuell frustriert und nach jedem Euro greifend, den sie fassen können. Das ganze in einer amüsanten aufgekratzten Atmosphäre wie in einem deutschen Kleingärtnerverein, dessen Hobbies aus gerichtlichen Auseinandersetzungen besteht. Infos über das product placement gibt es hier, zum Stein des Anstoßes geht es hier und das Bloggergekeife gibt es bei den üblichen Verdächtigen. O-Ton eines Bloggers: “Ich denke, die andere Seite wird dadurch merken, dass wir ab sofort nach meinen Regeln spielen. […, etc, pp]” - Na los, “Spiel mir das Lied vom Tod”, so wird es sein…






Und jetzt überlegen wir einmal, ob es nicht möglich wäre, daß viele Blogger von Firmen bezahlt werden, um insgeheim gegen Konkurrenten zu bloggen.
Der vorliegende Fall zeigt zumindest, daß Blogs sowie die Sensationsgier von (bloggenden) Lesern zur positiven Eigenwerbung genutzt werden kann.
Passender Artikel in der URL unter meinem Namen.
Comment by Wilhelm — April 6, 2007 @ on April 6, 2007 at 6:24 pm.
Es sind ja immer dieselben, die “Compashing” betreiben und es sind ja auch jetzt wieder dieselben die “durchgreifen”. Ich kann mich immer wieder darüber amüsieren, wie die Betreffenden sich als “Retter des Internets” aufspielen, ohne auch nur den Anflug des Hauches einer Ahnung zu haben auf welchem Kindergartenniveau sie sich da bewegen und wie -außerhalb des Netzlebens, welches diese scheinbar völlig absorbiert hat- vollkommen irrelevant die Kohorten von Buchstaben und Zahlen sind, welche ihre Wahnideen ausdrücken. Das ist eigentlich was mich amüsiert: die wechselnden Betätigungsfelder ihrer Neurose sind eher sekundär, es sind die “Compasher” selber, die Aufmerksamkeit erheischen gemäß einer Bemerkung aus Deinem alten Artikel:
>> Man könnte sagen, daß der Compasher die Aufmerksamkeit, welche er zunächst auf sein Opfer gelenkt hat, auf sich umleitet.
Comment by geisteswelt — April 6, 2007 @ on April 6, 2007 at 6:47 pm.