GeistesWelt

November 13, 2006

Gunther von Hagens nekrophiler Erlebnispark


Plastinator Gunther von Hagens vor seiner Leichenteilkonservierungsfabrik

Guben ein verschlafenes Örtchen in Brandenburg/Ostdeutschland, gebeutelt von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Depression hat einen Lichtblick! Der Leichenteilkonservierer von Hagens errichtet dort in einem ca 3000 qm großen alten Fabrikgelände eine Plastinationsfabrik -das sogenannte Plastinarium.

In der Werkstatt kann man mitverfolgen, wie sogenannte Körperscheiben herstellt werden, also senkrechte oder waagerechte Schnitte durch Mensch und Tier. ,,Die menschlichen Körperscheiben werden nur Universitäten und Instituten für Forschungs- und Lehrzwecke angeboten, die Tierscheiben kann sich jeder ins Wohnzimmer hängen‘‘, sagt Hagens.

Außer der gewerblichen Haltbarmachung von toten Körpern, soll von Hagens’ Fabrik auch dem Tourismus in dieser Region ein Ziel bieten.

Im zweiten Stock des Gebäudes kann er sich etwa eine Jugendherberge vorstellen und bei einem Rundgang über das weitläufige Gelände kommt ihm ein Erlebnispark in den Sinn: zum Beispiel eine nachgestellte Piratenszene mit Skeletten und präparierten Leichen, oder Ponys, auf denen plastinierte Menschen reiten.

Von Hagens’ Fabrik bietet der Region ernorme wirtschaftliche Chancen, bis zu 200 Jobs sollen durch die Fabrik, die 80 Leichen im Jahr verarbeiten soll, geschaffen werden. Aber auch für die anderen Arbeitslosen der Stadt ergäben sich neue Perspektiven, der Gubener Pfarrer Michael Domke weiß bereits von zwei Gubenern, die zur Körperspende bereit sind. (=>Hintergrund)

2 Comments »

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  1. Kollegiales Gespräch mit drei Psychiaterinnen (Anmerkung: Das sind Fachärzte und bitte nicht mit Psychologen zu verwechseln!).
    Die drei Damen: Der Typ ist doch voll narzistisch!
    Ich: Aber die Plastination ist doch ein riesiger Fortschritt für die Anatomieausbildung von Ärzten.
    Die drei Damen, … kleinlaut: Ja!
    Ich: Futterneid?
    Die drei Damen: … waren mir nicht länger geneigt, was mich schrecklich narzistisch gekränkt hat.

    Gunther von Hagens hat etwas großartiges geschaffen, mit der öffentlichen Obduktion in London der Medizin ihren Zaubermantel genommen und nun möchte man ihn an der Schaffung von Arbeitsplätzen hindern, nachdem ihm, es war die gekränkte Ärzteschaft, wenn ich mich recht erinnere, den Professorentitel nehmen ließ.

    Ein Narzist, Selbstdarsteller - aber einer, der etwas geschaffen hat, was die Zahl seiner Feinde und Neider zeigt.

    Ich habe die Körperwelten in Mannheim gesehen -
    Gunther von Hagens hat mir die Faszination des menschlichen Körpers gezeigt.

    Comment by Wilhelm [Schoggo-TV] — November 13, 2006 @ on November 13, 2006 at 10:02 pm.

  2. Medizinstudenten können ihre Leichen selber präparieren!

    jetzt wieder sachlich:

    Auf dem ersten Blick fand ich von Hagens Geschäftsidee auch toll und hab mir die “Körperwelten” angeschaut, -auch wenn ich persönlich ein bißchen entäuscht war, weil es doch recht plakativ war und die Zielgruppe eindeutig Laien waren, die da sich mal einen Menschen (steril und plastifiziert natürlich) von Innen anschauen wollten.

    Mittlerweile kommen mir doch gewisse Zweifel an dem ganzen Treiben. Die von mir zitierte Phantasie (oder reeler Plan!) von von Hagens mit menschlichen Körpern Piratenszenen nachzustellen verdeutlicht mir diese Zweifel sprichwörtlich: Das Ganze ist eine moderne Geisterbahn und die Kunden sind Schaulustige und der Inspirator dessen ist für mich weniger narzistisch veranlagt als eher gewissen nekrophilen Neigungen erlegen. Ich möchte hier keine üble Nachrede betreiben, aber der Charakter von Hagens ist -mir persönlich- zu skuril und mich würde es nicht wundern, wenn die Zukunft uns über ihn vielleicht andere Dinge bringen kann als jetzt seine, vielleicht auch wirtschaftlich motivierten, Provokationen…

    Comment by geisteswelt — November 13, 2006 @ on November 13, 2006 at 10:30 pm.

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