GeistesWelt

September 17, 2006

Gen-Reis jetzt auch schon gammelig?

Filed under: Realsatire

Wer hat da Angst vor kleinem Gemüse?

Überschriften wie hierGen-Reis in Regalen bei Edeka und Kaufland gefunden‘ lassen es schon ahnen: Damit kann ja irgendetwas nicht stimmen! Weiter erfährt man:

Gen-Reis aus den USA ist auch über Bremen in den Handel gelangt. Lebensmittelkontrolleure überwachten gestern bei der Bremer Rickmers Reismühle die Rückrufaktion einer Lieferung, bei der geringe Anteile an gentechnisch verändertem Reis nachgewiesen wurden. Quelle

Vielleicht kann kann man es sich so vorstellen, dass diese Lebensmittelkontrolleure in weißen Ganzkörperschutzanzügen in einem von Sondereinheiten abgeriegelten Lagerhaus ihre heiße Ware sicherstellen, als Sinnbild dafür wie verrückt diese Gesellschaft schon geworden ist?

Leider sind diese Lebensmittelkontrolleure keine (oder nicht nur) Umwelthysteriker, die ihre Ängste und Phantasien, anstatt mal zum Analytiker zu gehen, auf Sachen wie Handystrahlung, Atomkraft, Genfood oder allgemeiner gefaßt: auf technische Errungenschaften projizieren.

Neurotiker sind auch nur Menschen, und ich muß bei ihnen immer an Berichte aus dem vorletzten Jahrhundert denken über aufgebrachte Menschenmengen, die den Bau von Eisenbahnen verhindern wollten oder beinah Nutzer von Automobilen gelyncht hätten oder Angstvorstellungen beim “Vorstellen von Elektrizität” entwickelten.

Ihre Argumente waren damals schon wie heute: “irgendwie kann das ja nicht gesund sein!”. Sie irrten, ganz einfach, weil sie keine Ahnung hatten und diese auch nicht als Laien zu haben brauchten und ihnen das bis heute eigentlich nie auffallen ist.

So gesehen habe ich viel Verständnis für solche Leute, die alles was sie nicht verstehen ablehnen, vielleicht ist das menschlich?

Aber leider sind eben nicht diese Kontrolleure Menschen von diesem Schlag! Es sind Bürokraten und es zeigt, wie sehr Unsinn durch Bürokratie vollstreckt wird: Spuren von gentechnisch veredelten Grundnahrungsmitteln finden sich in vielen Nahrungsmitteln, zumindesten im großen Rest der Welt außer Europa und die sind zu 100% unbedenklich.

Eine schöne Aussicht: 2030 gehen bei uns um 21:00 die Laternen aus, weil kaum noch Strom da ist. Zu Essen gibt es kleine runzelige Gemüsesorten, welchen von den Einheimischen das Präfix “Bio” vorgestellt wird und allgemein “positive” Eingenschaften unterstellt werden, während der Rest der Welt, der mit Atomkraft und Gentechnologie innovativ 5 Millarden Menschen gut leben läßt, verteufelt wird. Das Problem der Unterbeschäftigung wird dadurch gelöst, dass überflüssige Ureinwohner mit Mülltrennen beschäftigt werden. Fleisch gibt es nicht mehr zu Essen, da A) es sowieso zu teuer sein würde, B) die gesellschaftliche Erkenntnis sich durchgesetzt hat, Tiere allgemein in Gleichstellungsgesetzten gleiche Rechte wie dem Menschen einzuräumen.

Dann schnell noch mal zu Burger-King und keine Angst vor den Prionen! Die 8 Fälle von vermuteter BSE am Menschen können mir da nicht den Appetit verderben!

Gen-Mais in Aktion

Ku Klux Klan war gestern!

empfohlende Lektüre für Oköfreaks: das neue Novo!

2 Comments »

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  1. Schön wär’s, ich frage mich, wie du in deinem Blog auf die Aussage: “Spuren von gentechnisch veredelten Grundnahrungsmitteln finden sich in vielen Nahrungsmitteln, zumindesten im großen Rest der Welt außer Europa und die sind zu 100% unbedenklich.” kommst.

    Wer spricht bei dem gefundenen und angebauten Gemüse von veredelt? Es werden keine neuen Sorten oder Geschmacksrichtungen gezüchtet, sondern versucht Resistenzen gegen Spritzmittel aufzubauen, Patente und damit Geldquellen auf das eigene Saatgut zu erhalten.

    Macht doch bitte die Augen auf. Hier wird für den Verbraucher kein Vorteil gezüchtet!

    Gentechnische veränderte Pflanzen haben bereits im Versuchsbereich Krankheiten ausgelöst (Australien), es werden noch mehr Spritzmittel als vorher benötigt und Nahrungsmittel werden teuerer, weil die Landwirte dann jährlich Saatgut bei den Herstellern ordern müssen.

    Die angereicherten Reissorten, die den Welthunger bekämpfen sollen sind nutzlos. Die 3. Welt kann sie sich nicht leisten! Die Erde hat genug Nahrungsmittel für alle, aber ein Teil der Bevölkerung kann sie sich nicht leisten.
    Warum verheizen wir in Europa Getreide, vernichten Gemüse und Obst und in Afrika verhungern Menschen?

    Comment by Stoeps — September 17, 2006 @ on September 17, 2006 at 12:54 pm.

  2. Man kann Angst um sich haben, aber: Gensequenzen, die ich esse, können mich nicht krank machen, da sie nicht auf Säugetiere “überspringen”, sondern verdaut werden, also sind sie 100%ig unbedenklich.

    Man kann Angst um andere Pflanzen haben, da durch Eingriffe am Genom natürlich der Genpool der Art sich ändert. Aber der Mensch veredelt schon seit dem Anbeginn der Zeit Pflanzen! Alles was heute vielleicht als Bio-Apfel durchgehen würde sind Zuchtäpfel, die seit dem Mittelalter aus wilden Pflanzen heraus gezüchtet worden sind.

    Also keine Gefahr für Menschen und für Pflanzen ist Veränderung des genetischen Materials unbedenklich.

    Wenn wirklich bei einigen genveredelten Produkten mehr Insektenschutz nötig ist, dann spricht das gegen das Produkt, aber nicht gegen die Methode der Herstellung.

    Man kann sich da mit ambitionieren Gentechnikgegner die Köpfe heiß reden. Letztlich ist es so, dass diese die ganze Methode “unheimlich” finden und dann das Haar in der Suppe suchen und am Ende, wenn man ihnen alles widerlegt hat, dann kommt das mit dem Restrisiko. Ein ungemein effektives Argument, aber realistisch betrachtet: nicht gerade praktisch!

    Mich persönlich stört an den Gentechnikfirmen das Patentrecht. Da kann es zu mißbrauch kommen, wenn findige Anwälte nach dem Pollenflug den Nachbarbauern verklagen können, weil Teile des patentierten Erbmaterials nun auf seinem Feld nachweisbar sind. Das ist für mich der einzige Punkt gegen die Gentechnologie, aber das ist ein formaljuristischer, kein prinzipieller.

    Die Intention meines Artikels ist das Widersinnige aufzuzeigen, daraus einen Skandal wie das mit dem Gammelfleisch machen zu wollen, da

    a) keine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch den Genreis zu erwarten sind.

    b) Genmais in Europa zugelassen sein soll und die Zulassung des Genreis eine Formalie wäre.

    c) es zusammenfassend nur ein Verstoß gegen Lebensmittelforschriften ist, ein Nahrungsmittel eingeführt zu haben, was woanders schon als unbedenklich eingestuft worden ist und hier in Deutschland noch auf seine bürokratische Zulassung wartet.

    Comment by geisteswelt — September 17, 2006 @ on September 17, 2006 at 1:23 pm.

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