Heute sind irgendwie Landeswahlen, aber so richtig Lust zu wählen hatte ich nicht.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nicht wählen zu gehen, zu eklig und aufdrignlich fand ich die Menschen, die sich im Vorfeld auf den Wahlplakaten räkelten.
Den Tiefpunkt bildete Kurt Beck auf einer Berliner Wahlveranstaltungen gestern im Fernsehen, bei der ich beschloß zu vergessen, dass heute eben Wahlen sind.
Man legitimiert nur solche Leute, dadurch, dass die Wahlbeteiligung hoch ist und alle anderen Wahlverantstaltung zeigten auch nur fröhliche Gesichter, die sich wohl freuten bald in einem Landtag oder Abgeordnetenkammer sitzen zu dürfen. Wahlkonzepte werden da erst gar nicht bemüht. Das entbindet einen von der Pflicht sich an irgendwas nach der Wahl zu halten, da zeigte sich die bezahlte Politik durchaus als lernfähig.
Heute wälzte ich mich dann etwas unruhig auf meinem Sofa: kann ich denn wirklich bewußt auf ein Recht pfeifen, wofür andere Menschen (anderswo) ihr Leben lassen mußten/müssen?
Da fiel mit Guido Westerwelle ein, wie er sinngemäß gestern an die Leute sprach, die keinen Sinn darin sähen zur Wahl zu gehen: “Auch wenn sie nicht zu Wahl gehen, weil sie mit den politschen Konzepten oder Personen sich nicht identifizieren könnten, so sollten sie sich bewußt sein, dass auch wenn sie nicht wählen gehen, all die Plätze im Parlament von irgendeinem eingenommen werden, ob sie das nun so wollen oder nicht!“.
Der Ton seiner Rede war nachdenklich und besinnlich, das blieb mir im Kopf hängen bis heute, -eine mir neue Ansicht (auch wenn sie im nachhinein banal scheint) und das von einem Politiker…
Da fiel mir dann auch der Döner nahe dem Wahllokal ein und ich bekam Hunger auf dem Sofa.
Das alles motivierte mich dann loszugehen, ich verzichtete aber darauf mit ein frisches Hemd anzuziehen, meine Art des Protestes gegen eine absolut lächerliche Tagespolitik!
Im Wahllokal kam es (wie komischerweise fast immer) zur Situationskomik. Die Dame, die meinen Ausweis mit ihrem Wahlverzeichnis abglich meinte, ich wäre ganz oben auf der Liste. Das verstand ich nicht gleich und sie sagte dann, dass ich im Wahlverzeichnis auf der Seite gleich als erster stände!
“Ach so und ich dachte schon sie meinten eine der Landeslisten”
Gelächter “Na da müssen sie selber für sorgen” Gelächter
Mir war dann so nach Scherzen (den Menschen im Wahllokal muß es doch auch im Laufe des Tages zu steif und langweilig werden)
“Gute Idee, ich dachte auch schon mal die Tage daran, etwas gegen meine Rentenlücke tun zu müssen”
Gelächter und ich ging wählen….
Kennern der GeistesWelt dürfte es klar sein, was ich mit meiner Zweitstimme gewählt habe. Betonen möchte ich aber, dass ich meine Erststimme, die ich sonst immer “strategisch” einsetze diesmal nach der Bedürftigkeit des Bewerbers (gemessen an dem angegebenen Beruf auf dem Wahlzettel) vergab. Wenn da schon einer seie Rentenlücken schließt, dann sollte er soetwas auch am meisten nötig haben… dann ging es zum ersehnten Gammeldöner…. wenn die richtig durchgegart sind, schmeckt auch das…