Lang überlegt, was ich empfehlen werde, am Sonntag zu wählen. Die Empfehlung lautet: Die PIRATEN. Gründe hierfür im Anschluß.
Orange ist die Farbe der Piratenpartei in Deutschland. Unklar, ob diese Farbe an das Videospiel “Halflife 2″ oder das Orange der Revolution in Osteuropa anspielt? Das ist dem Betrachter überlassen. Die Piratenpartei knüpft aber zweifelsohne an wichtigeres an, als andere Parteien in Deutschland. Denn das Presseecho war - im Guten wie Bösen - für eine außerparlamentarische Partei überwältigend. Vielleicht regen die Piraten auch einfach nur die Phantasie der Betrachter an? Allein deshalb hätten sie Ihr Kreuz am Sonntag verdient.
Die Strategie der Alt-Parteien ist es einen “Lagerwahlkampf” zu simulieren. Auf der einen Seite Schwarz-Gelb und auf der anderen Grün und Rotschattierungen. Es wird dem Wähler versucht deutlich zu machen, dass jetzt seine Stimme für diesen “epochialen” Kampf wichtig wäre. Das aber ist geschummelt. Denn was wird sich real nach dieser Wahl ändern? Das Realistischste wäre die “Große Koalition” reloaded. Es gibt genug Menschen in Deutschland, die wählen, weil alle wählen gehen. Da kommen genug Bauernstimmen für die politischen Marktführer zusammmen, die ihre beherrschende Marktstellung in einem Monopol zementieren werden.
Die andere Alternative wäre Schwarz/Gelb. Viele machen sich dort Hoffnungen. Auch ich, denn meine eigentliche Wahlempfehlung wäre FDP gewesen, wie schon eigentlich immer. Was aber würde sich wirklich mit den Westerwellen ändern? Überall dort, wo die FDP in der Regierungsverantwortung ist, da segnet sie die Bürgerrechts-Einschränkungsgesetze der CDU ab. Eine Ron-Paul-Revolution oder zumindestens keinen Schäuble oder von-der-Leyen als Minister/in, kann man sich alles abschminken. Es läuft weiter wie gehabt. Auch egal, ob die Grünen nun dabei sind oder wer auch sonst.
Das Problem ist die Kompatibilität aller Parteien zueinander. In einem System, wo Koalition mit 3 oder mehr Parteien die Regel sind, da spricht man sich untereinander ab und harmonisiert sich. Heute ist jeder für “Öko” oder “Bio”, total “sozial” und natürlich für eine konsequente “Verbrechensbekämpfung” in Form von Abbau von Bürgerrechten. Eigentlich könnten sie eine Proporz-Bundesregierung bilden, in der alle im Bundestag vertretenen Parteien ein Ministerpöstchen bekommen würden. Am Status quo der Republik ändert sie dadurch nichts.
Die Piratenpartei steht dort abseits, da sie noch die Interessen von Bürgern wahrnehmen will. Auch Überlegungen, dass diese Partei tendenziell zum linken Spektrum neigen wird, sind sekundär, da sie nicht an einer Koalition beteiligt werden würde, wenn sie denn den Sprung in das Parlament schaffen würde, was unklar ist.

Montagsdemo in Leipzig
Die Piratenpartei ist die Protestpartei dieser Wahl, weil sie am unkonventionellesten und am chancenreichsten von allen anderen Protestparteien ist. Das ist wie bei den Montagsdemonstrationen am Ende der DDR, bei denen sich verschiedene gesellschaftliche Schichten trafen, einfach nur, um gegen die staatliche Autorität zu demonstrieren. Es war egal, wer dabei war. Was wichtig war, dass es passierte. Ähnlich ist die Wahl der Piratenpartei zu sehen.

Alle Ampeln auf orange!
Es lohnt sich nicht, seine Stimme für eine Rechtspartei zu versenken, da dort eben kein Wahlerfolg zu erwarten ist. DVU, REP oder NPD? Die Europawahlen zeigten, dass dort eben kein Potential zu erwarten ist.
Nichtwählen juckt die Berufspolitiker nicht, da sie dann sagen werden, einer, der nicht zur Wahl geht, dem geht es gut und der will auch nichts. Leute, die ungültig wählen gelten, da stets nur Randerscheinung, als Idioten. Ein gutes Abschneiden aber einer Partei, die durch renetentes Verhalten oder comichaftes Erscheinungsbild punktet, schmerzt mehr. Ihnen wird somit klar, dass zunehmend mehr Leute auf ihre aalglatte Art verzichten können und Polit-Amateuren mehr Vertrauen schenken.
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